Ich

Hier schreibe ich
Ich kann nicht anders
Und es muss auch nach außen
Es tut mir leid, wenn ich hier störe
Doch leider bin ich da
Ein Paradoxon, eine Unmöglichkeit eigentlich

Meine Existenz ist so real
Wie eure Welt absurd
So muss ich leider schreiben
Wir können klarkommen
Oder auch nicht
Ich weiß, ich bin sperrig und unangenehm

Eigentlich unzumutbar für diese Welt
Doch ich kann nicht anders
Es muss nach außen, ich bin einfach da
Ich schreibe hier um mein Leben, glaubt es mir

Worte sind einfach meine Waffe
Worte sind aber auch deshalb gefährlich, weil sie alles einordnen wollen
So bin ich mit Worten jenseits von Worten – paradox, aber wahr
So wie ich
Ich schreibe hier, ich kann nicht anders
Sorry

Der Rückhol-Prozess

Niemand kennt das ganze Bild
Weiß, wer oder was ich bin

Doch sie stürzen sich auf jeden Menschen
Und drängen ihn zu einem entstellten Bild seiner selbst
Meist genormt, nach ihren Vorstellungen geformt

Doch manchmal funktioniert das nicht
So schaffen sie ihre Dämonen – entstellte Bilder, die nicht der Norm entsprechen
So sind sie selber schuld an dieser finsteren Welt

Das ganze Bild eines Menschen ist unendlich schön – ich erobere mir dieses Bild nun zurück
Nicht mehr und nicht weniger

Ich weiß was ich bin, wäre und sein will – jenseits dieser Welt, auch wenn ich die Stücke nicht komplett wieder zusammensetzen kann, immer ein Kind dieser kranken Zeit sein werde – ich hole mich mir nun zurück!

Alles wird gut

Ich weiß nicht, was es ist
Doch spüre ich es mehr denn je
Etwas, das mich schützt
Etwas, das mich trägt
Es ist so stark in mir –
Oh, wie es die Angst wegfegt

Etwas ist in mir
Es ist so viel stärker als der Tod
Es war schon immer da
Im Leben, in der Not
Doch so, wie ich es heute spüre
Jetzt, da ich ganz bei mir bin
Ja, ich und es und alles – ja, das ist der Sinn

Ich bin weiß Gott (?) ein Sünder
Doch so weit reflektiert
Dass neben meinem Monster
Etwas anderes sich generiert

Egal, was kommt, ich bin bereit
Es ist da, ist mein Geleit
Kann mich befreien von allem Leid

Ich bin dem Schicksal ganz ergeben – vielleicht kann es sogar vergeben
Ich will leben!

Tausend Augen

Du wäscht deine Hände in Unschuld
Und schaust auf mich herab
Wenn nicht du, dann du in meinem Kopf
Du bringst mich noch ins Grab

Ich bin ein armer Sünder
Krank und weiß es schon
Im Gegensatz zu dir
Seh‘ ich die Reflexion

Ich hasse dich von Herzen
Du fühlst nicht meine Schmerzen
Du würdest dran zerbrechen
Es bring nichts, da zu sprechen

Ich stehe immer wieder auf
Du fällst auf deinem Weg nie hin
Du kommst so leicht durchs Leben
Mir bleibt dafür der Sinn

Der Glaube und die Hoffnung
Und Liebe zu mir selbst
Lieber bin ich Ich
Als das, was du für dein Selbst hältst

Der Preis

Manchmal ist es schwer
Mit meinem eigenen Tempo mitzuhalten
Doch Schicksal, was du wirklich bist
Es fordert dich heraus ohne Gnade
Bis zum Letzten

Gott, wär‘ ich gerne dumm und blind
So gerne Schaf und Herdentier
Das Opium dieser Welt tief inhalieren
So gerne zufrieden, genormt
Ein kranker Gesunder
Satt dessen bin ich ein gesunder Kranker

Nicht krank genug und nicht gesund
Zwischen allen Stühlen
Pervertiert und doch reiner als die Welt

Friss oder stirb – Schicksal zu akzeptieren ist die einzige Möglichkeit, das Seelensterben zu verhindern
Zu bewusst, kein Weg zurück, der Zug ist abgefahren
Für immer dazwischen in der Welt, doch dafür bei mir – alleine

Zweifel

Was tue ich hier eigentlich?
Bin ich der Seiltänzer
Der fälschlicherweise seinen Namen hörte?
Bin ich der größte Idiot, der jemals gelebt hat?
Bin ich nur verrückt?
Ist da mehr?
Kämpfe ich gegen Windmühlen?
Es ist egal, denn:
Ich bin, was ich bin –
Und das ist der Sinn!

Reset

Ich bin mutiert
Ich bin aus Stahl
Ich bin aus Wachs
Ich bin dual
Hab mir die Zeit rausoperiert
Dies Geschwür, ja, diese Qual

Ich habe wieder etwas
Für das es sich zu kämpfen lohnt
Was wirklich meine Wahrheit ist
Und über meiner Seele thront

Freiheit, echte Freiheit ohne Kompromisse
Mein neues Leben, in dem ich in mir meine Fahne hisse
Selbstlügen eliminiert
Mein Hirn de-kastriert

Verantwortung und Moral
Nicht eure konstruierte
Diese Welt ist eine Qual
Die ich in mir abrasierte

Ich fliege mit beiden Beinen am Boden
Zum Absturz jederzeit bereit
Gravitation ist was für Verlierer
Ich bin ein Mich-Selbst-Kreierer

Erschaffe dich, das tut fast keiner
Und die Welt in deiner Hand wird immer kleiner

Der freie Mensch

Ein Leben lang
Müssen wir uns rechtfertigen
Um in irgendwelche Schubladen zu passen
Das ist die Wurzel allen Übels
Ein gefährliches Spiel, denn:
Ein wirklich freier Mensch
Wird niemals Schaden anrichten
Aber er muss komplett frei sein
Die Sklaven dieser Zeit werden Zombies
Und die Halbfreien oft kriminell
Der wirklich freie Mensch muss das Ziel sein*

*Sich von Raum und Zeit frei zu machen und sich wirklich selbst zu finden, ist ein Prozess, der meiner Meinung nach nie aufhören darf.
Ich denke aber, das wir durch unser Schubladendenken heute sehr unfrei sind und es gibt einen Punkt, an dem man innerlich soweit unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen ist, dass man autark ist und Werte und Moral aus einem selbst kommen und nicht mehr von der Gesellschaft und dem Zeitgeist auferlegt sind.

Spiegelverkehrt

Dämonen wohnen zwischen Zeilen
Dämonen, die zerstören oder heilen
Diese Welt ist spiegelverkehrt
Darum hat mich der Teufel zum Guten bekehrt

Oben und unten sind vertauscht
Und alle irgendwie berauscht
Man sollte den Blick wieder in sich kehren
Das Wunder in sich dann verehren
Sich hassen, lieben, wieder spüren
Der wahre Kern soll wieder führen

Ich bin ein offenes Buch – mit sieben Siegeln
An meiner Seele will ich alles spiegeln
Der Dichter aus dem Untergrund
Er schreibt sich nun gesund

Auf den Schultern von Giganten stehend
Ist die Aussicht gut
Die frische Luft um meinen Geist –
Sie mindert auch nicht meine Wut

Zwischen allen Stühlen sitzt sich’s unbequem
Wir spielen Reise nach Jerusalem
Die Schwachen werden wieder stark
Und Geister wieder autark

Frei

Wenn du deinen Träumen nicht folgen kannst, folge deinen Alpträumen, sie führen dich auch ans Ziel. Die Stimmen in meinem Kopf drehen langsam durch und zerbrechen an mir. Was lieb und wichtig war hat sich verschoben. Das innere Kind darf wieder frei toben. Ich bin wieder am Leben und ich brenne auf ein wahrhaftiges. Neue Tiefe und ein aufrechter Gang. Den Dämonen der Vergangenheit sich zu stellen, erfordert den größten Einsatz. Gefahr und Angst, das ultimative Gewissen und endlich ein Feldzug gegen alle, die sich vor Schatten ängstigen. Die Wahrheit ist krass und sehr komplex. Begegne dir selbst in Wahrhaftigkeit. Vielleicht werden sich auch mal alle Menschen in Wahrhaftigkeit begegnen. Bis dahin musst du alles riskieren, das ist der Weg und er ist nichts wert, wenn du ihn nicht zum Schluss gehst.

Endlich

Ich sehne mich nach der guten alten Zeit – die es noch nie gab. Aber bis dahin bietet mein Selbst mir Unterschlupf, es schützt mich endlich vor dem Wahnsinn der Welt, wenn ich mich meinem eigenen Wahnsinn stelle. Ich habe die geheime Tür in mir gefunden. Jenseits von Worten, wo ich endlich und zum ersten Mal ich selbst bin. Die Bestie verliert ihren Schrecken, wenn sie frei ist. Nur Ketten mag sie nicht. Es ist alles ganz einfach. Ich bin bereit, ich bin befreit und doch beginnt es erst. Schicksal zu sein, es ganz zu akzeptieren, das ist Freiheit. Masken müssen fallen, egal was war und ist. Ich glaube wieder… Ich hoffe wieder… Ich liebe wieder…

Wahre Reue

Der Point of No Return ist der, an dem man die eigenen Selbstlügen erkennt. Ab diesem Punkt kann man sich nicht mehr vor sich verstecken. Keine Gnade für Lügner, keine Gnade mehr gegen mich selbst. Und trotzdem will ich mich nicht zerstören. Die Hölle, die ich mir schaffe muss schlimmer sein als jede menschgemachte aüßere. Der Lebenstrieb wird aber nur noch stärker. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, so gerne ich es würde. Wer nichts bereut hat nicht gelebt. Trüge jeder seine Last wäre die Last der Welt nicht so erdrückend. Wahre Reue ist ehrliche Hölle und und muss wehtun. Dennoch ist es diese heutige Welt, die schwach macht und Schwache zerstören. Die Schwere der Schuld muss dich stark machen, sonst war die Hölle nicht schlimm genug. Die Zukunft ist in deiner Hand, nicht die Vergangenheit und JETZT reißt du das Ruder rum.

Reue ist kein heuchlerischer Ablass von irgendeiner Instanz und auch Strafe ist kein Ablass. Doch wahre Reue muss möglich sein. Du suchst es dir anfangs nicht aus wie du bist und zu was du gemacht wirst, doch irgendwann musst du dich in Trümmer schlagen und neu aufbauen. Wenn du dich erkennst schaust du der Bestie ins Auge und musst es aushalten. Das gilt für die, die gesündigt haben, aber vor allem für die, die ihre Hände in Unschuld waschen. Denn die Selbstgerechten erzeugen eine Atmosphäre der Angst, schauen auf die Gefallenen herab und lassen keine Reue zu.

Das Tier in Ketten

Zu viele Menschen
Denken in Schablonen
Enge im Geist beruht auf Angst
Vor sich und dieser Existenz

Im Verstandes-Zivilisations-Hirn
Hat das Chaos keinen Platz
Wir sind nicht instinktarm
Wir haben nur unsere Natur gänzlich überdeckt

Eine bessere Welt lässt sich nicht erforschen
Oder durch Regeln und Gesetze konstruieren
Doch sie lässt sich erträumen und erfühlen
Man muss die losen Enden nur zusammenführen

Wir müssen nicht wieder in Höhlen leben
Wir können alles haben – im Einklang mit der Natur
Und mit unserer eigenen
Unser Verstand ist Segen und Fluch

Das Tier in uns ist nicht grundsätzlich böse
Doch leg es in Ketten
Dann wird es sich von seiner schlimmsten Seite zeigen
Ein Blick in die Welt genügt gerade…

Rückkehr

Wenn Kreise sich schließen
Und doch erst öffnen
Wenn jeder Schein am Ende fällt
Dann sind wir doch beschützt und dürfen hoffen
Das Buch ist nun bald offen…

Erkenne in dir wahre Menschlichkleit
Es ist doch alles wahr und doch nur Schein
Und noch ist jeder hier allein

Liebe ist stärker als der Tod
Der alte Spruch ist wirklich wahr
Wir sind alle in der gleichen Not
In der gleichen alten Gefahr

Verbrennt alte Idole
Und besinnt euch WIRKLICH auf die Liebe
Verleugnet nicht das wahre Sein
Und auch nicht eure Triebe…