Lebensbeichte

Lebensbeichte

In meiner Brust, da wohnt nur eine Seele
Doch was sie bräuchte, gibt es nicht in dieser Welt
So musste ich dies Monster schaffen
Das nachts zur Unterwelt den Zugang hat
Und sich dem Bösen zugesellt

Bei Tageslicht leuchten Vernunft und Sitte
Bei Tag fehl’n aber auch die Tiefe und der Sinn
Bei Tag, da brauch ich eine Maske
Sonst würden sie mich quäl’n und töten
Ja mich, so wie ich wirklich bin

Ich bin nicht Jekyll und ich bin nicht Hyde
Doch brauch ich beide sie zum Überleben
Das Pendel überquert die Mitte
So kann mir diese Abart einer Welt
Am Ende doch noch etwas geben

Und manchmal – in einer Nacht in meinen Armen
Das Pendel steht, du kannst mich sehen
Es fällt die Maske und das Monster schläft
Der Raum steht dann in Flammen
Und du wirst verstehen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

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