Nonkonform (Keiner von euch, Teil 2)

Liebt mich oder hasst mich
Es ist mir so egal
Mich anzupassen, einzufügen
Sah ich schon früh als Qual

Nach Wahrheit, nicht nach Anerkennung
Suche ich und strebe
Doch Wahrheit ist für jeden anders
Nonkonform ich also lebe

Ich fühle mich auch frei
Und geh auf meinen Wegen
Zum Glück war ich da konsequent
So ist’s kein Fluch, sondern ein Segen

Lasst mich nur in Ruhe
Auch einsam bin ich nicht
Gleichgesinnte gibt’s genug
Und Anpassung ist keine Pflicht

Alles in dir

Das Universum an sich ist schon Faszination
Der Mensch ist ein Wunder, Lust am Leben sein Lohn
Tatsächlich denke ich, geht es um diese Lust
Doch ohne Verantwortung und Liebe erntet man Frust

So ist das Moralische nicht alles Müll
Doch man muss es auch leben, sonst bringt es nicht viel
Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein
Keines von beiden macht glücklich allein

Wer als Löwe geboren ist, soll nicht Adler sein wollen
Nur innerhalb deines Ichs schöpfst du aus dem Vollen
Erlerne dich selbst und schau nicht auf jenen und diesen
Es ist alles in dir – und aus Zwergen werden Riesen

Selbsterkenntnis

Ich sah schon früh, was falsch ist hier
Doch spät erst das, was richtig
Ich suchte viel im Jetzt und Hier
Doch kannte mich nur flüchtig

Doch erst als ich den Blick in mich
Und meine Seele wandte:
Im Herz spürte ich einen Stich
Als ich mich selbst erkannte

Wenn du Ekenntnis suchst, dann wage dies
Und sieh auch die Abgründe
Das ist der Weg ins Paradies
Durch tiefste Höllenschlünde

Innere Freiheit, eine klare Sicht
Sie sind der Lohn der Selbsterkenntnis
Ein leichter Weg ist dieser nicht
Doch löst er die Seele von aller Bedrängnis

Ich fühl mich nun in mir zuhaus
Und halt es für den einzig wahren Weg
Doch such es dir ruhig selber aus
Es ist ein schmaler Steg

Freiheit des Ich

Wie ich’s dreh und wende
Dies ist noch nicht das Ende
Auch wenn die Wunden brennen
Ich lern mich erst so richtig kennen

Jeden Fehler den ich machte
Musste ich so machen
Über vielen Schwachsinn, den ich dachte
Kann ich heute herzlich lachen

Den eigenen Stil, das Wunder des Ich
Ein langer Weg, bis man sich findet
Und nicht nur als Kopie und blässlich
Sich an falsche Götzen bindet

Als freier Mensch ist man am Steuer
Verantwortlich, des Glückes Schmied
Der Käfig um dich rum ist offen
Nicht jeder, der das sieht – und endlich flieht

Der neue Tag

Der neue Tag

Die am wenigsten zu sagen haben
Reden am lautesten und meisten
Sie bringen es zu was in dieser Welt
Und können sich viel leisten

Die Stummen, die Weisen, die Leisen
Sind das Potential für eine bessere Welt
Sie gehen unter, leiden oft
Für schwach man diese Menschen hält

Die Letzten MÜSSEN die Ersten werden
Fassade darf nicht alles sein
Entlarven wir die Blender
Und all den schönen Schein

Ein Paradigmenwechsel
Kommt nie auf einen Schlag
Doch wenn wir wirklich wollen
Sieht diese Welt den neuen Tag

An dem nicht Gier und Geld und Macht allein
Die Welt weiter regieren
Und all die etablierten Blender
Am Ende doch verlieren

Mensch

Mensch

Das Leben – die Suche
Ein Segen im Fluche
Fallen und Oasen
Wir schleichen und wir rasen

Glücksjäger und Vermögenssparer
Angepasste, Geisterfahrer
Wir sehen nur den Schatten des Ganzen
Wir weinen und lachen und tanzen

Krone der Schöpfung, Laune der Natur
Wohin geht die Reise nur?
Mensch – wie er nimmt und gibt
Götter schafft, doch sich selbst nur liebt

Mensch – was soll ich von dir halten?
Bist Licht und Schatten, im Jungen wie im Alten
Bestimmst über Leben und Tod
Schöpfer des Glücks und der Not

Noch ist der Ausgang offen
Noch kann man für den Menschen hoffen
Zu lernen haben wir noch viel
Auf dieser Suche, in diesem großen Spiel

High Risk

High Risk

Ich klett’re nicht auf hohe Berge
Ich brauch auch keinen Fallschirmsprung
Ich fahr noch nicht mal Achterbahn
Bin nun auch nicht mehr ganz jung

Doch in mir, in meiner Seele
Gibt es Berge, gibt es Schluchten
Wüsten aus Eis und heißem Sand
Gibt es Monster und Dämonen
Extremsport in meinem Verstand

Will dort alles entdecken
Tiefer vordringen auf eigene Gefahr
Höchstes Risiko wird dort gegangen
Und diese Welt ist sehr, sehr wahr

Dieses Abenteuer ist es wert
Doch gefährlich ist es allemal
Ich werde nicht dran sterben
Doch wenn ich nicht aufpasse, ist es die Höllenqual

Vielleicht verlier ich mal den Verstand
Vielleicht hab ich ihn schon verloren
Doch diese Abenteuer ist mein Kick
Dafür bin ich geboren

Predigt

Predigt

Es gibt keinen Gott – und er liebt uns trotzdem
Es ist alles ganz anders – weil es ist wie es scheint
Den Wald vor lauter Bäumen…
In Dummheit wir vereint

Verdammt die geistig Armen
Wir sündigen durch das, was wir nicht tun
Wir sind bequem in Hirn und Seele
Schon vor dem Tod in Frieden ruhn…

Sprich ein Gebet – zu dir, nicht nach oben
Bist du noch da, ich rede mit dir?
Zu ernst darf man sich selbst nicht nehmen
Sagte das Schaf im Maul vom Raubtier

Am Ende kommt das Amen
Am Ende schließen sich die Kreise
Am Ende steht der Sensenmann
Der gewinnt immer, freut sich leise

Tiefer als du denkst

Tiefer als du denkst

Die Krankheit des Menschen sitzt tief
Tiefer als du denkst
Wir kratzen nur an der Oberfläche
Etwas hat sich eingefressen längst

Wir haben die eine Sprache verlernt
Die nur wortlos Sinn ergibt
Gib deine Augen und du wirst sehen
Hör auf, in Worten zu denken
Dann kannst du verstehen

Wir sehen sie nicht mehr, diese Tiefe
Und sehen nicht unsere Krankheit
Kommt der Mensch zu sich zurück?
Oder ist er bald Vergangenheit?

Die Symptome – Gewalt, Intoleranz und Verblendung
Können wir besiegen
Doch nur dann
Wenn wir diesen kranken Kern bekriegen

Ich lebe noch!

Ich lebe noch!

Dass mein Feuer noch lodert
Oft gegen stürmischen Wind
Eine glückliche Fügung
Plus Wissen – wie man gewinnt

So viele Fallen im Leben
So viele Idioten auf dem Weg
Dieser ist oft
Ein sehr schmaler Steg

Ich habe genommen
Und will auch was geben
Ich tu was ich kann
Verdammt, ich bin noch am Leben!

Jeder sollte danach streben
Dieses Feuer zu bewahren
Lieber in Flammen
Mit Haut und mit Haaren
Als erloschen und erkaltend
Am Leben und doch nicht
Sein Dasein nur verwaltend
Ein Schatten ohne Licht

Ja, ich bin noch am Leben
Es zu bleiben ist ein Krieg
Er wird niemals enden
Alternativlos der Sieg

Postfaktisch

Postfaktisch

Momentan hat recht
Wer am lautesten schreit
Die Lüge ist stark
Dunkelheit macht sich breit

Weit weg von Vernunft
So viele Hirne vernebelt
Was soll man da tun?
Weisheit geknebelt

Hab die Wahrheit nicht gepachtet
Doch wer Fakten so verachtet
Den gilt es zu bekriegen
Und den wird man auch besiegen

Leute, was ist los mit euch
Woher kommt all der Hass?
Das Kollektiv bietet euch Schutz
Doch eure Dummheit ist so krass

Rechts, links, einerlei
Wir müssen uns besinnen
Diskutiern mit Argumenten
Demokratie von vorn beginnen!

Wenn die Vernunft nicht letztlich siegt
Dann kommen wahrlich dunkle Zeiten
Geschichte wird sich wiederholen
Und unsern Untergang bereiten

Melancholie

Melancholie

Früher – so helle Bilder und Magie
Vorbei – Vergänglichkeit in allem Sein
Zeit steht eben nie
Ein Leben, ein Hauch – Der Mensch so klein

Und doch ist in uns Ewigkeit
Im Anfang wie im Ende
Es hat nur alles seine Zeit
Das Leben und des Todes kalte Hände

Ein süßer Schmerz – Melancholie
Das große Akzeptieren und Verstehen
Das ist auch Glück, vergiss das nie
Als Teil des Ganzen sich zu sehen

Als Teil des Kreises, der Vergänglichkeit
Ein Grund mehr, den Tag zu leben
Und in der gegebenen Zeit
Nach dem Glück zu streben

Keiner von euch

Keiner von euch

Eure Welt ist fern von mir
Ich kann zwar in ihr leben
Doch werd ich nie so sein wie ihr
Und auch nicht danach streben

Nicht, dass ich euch hasse
Nicht, dass ich damit hadern würde
Solang man mich nur leben lasse –
Für mich ist’s keine Hürde

Dennoch – Eure Unterhaltung, euer Pop
Eure Trends und Herdentriebe –
Was ist Top und was ist Flop?
Klischees und Oberflächlichkeit
Sind nicht, was ich so liebe

Ein bisschen mehr Tiefe, ein bisschen mehr Hirn
Ein bisschen mehr Liebe auf unserm Gestirn –
Bleiben wohl erstmal Illusionen
Oder hat noch irgendwer Visionen?

Der Sinn ist nicht nur Brot und Spiele
Doch Tieferes liegt gerade nicht im Trend
Macht was ihr wollt, bin einer und ihr viele
Doch denkt dran, Zeit ist kostbar und sie rennt

Nur Mut!

Nur Mut!

Und hast du keine Chance
Dann nutze ebendiese
In jedem von uns steckt
Ein Held und auch ein Riese

Ist auch das Ziel verschwommen
Und sie trauen dir nichts zu
Setz dir DEINE Ziele
Du bist nicht sie, nein, du bist du

So wird in dir dann langsam
Der Riese aus dem Zwerg
Heb erst kleine Steine auf
Versetze dann den Berg

Nur Mut, du wirst es schaffen
Musst nur du selber bleiben
Träume sind zum leben da
DEIN Märchen musst du schreiben