Auf schmalen Pfaden

Auf schmalen Pfaden

Ich war so oft auf Messers Schneide
Danke dem Schicksal für mein Glück
So krass sind diese alten Bilder
Beim Blick so weit zurück

Es war die Reise durch das Dunkel
Lange war kein Licht zu sehen
Zeit schien es nicht zu geben
Und nichts schien mehr zu gehen

Auf sehr verschlung’nen Pfaden
Ohne ein Ziel vor Augen
War ich allein, verloren
Dachte, ich würd nichts taugen

Doch manche(r) hielt mich aus
Und manche(r) half mir auf
Dafür bin ich so dankbar
Es nahm nen guten Lauf

Was bleibt?
Erinnerung und viele Lehren
Das Wissen, dass das Leben wertvoll ist
Verschiedene Perspektiven
Und ein vernarbtes Herz, das nicht vergisst

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Danke, ich hatte schon

Danke, ich hatte schon

Volles Glas, volles Rohr
Kein Danach, kein Davor
Kein Erbarmen, harte Drogen
Ging noch krasser, bin geflogen

Ohne Rücksicht auf Verluste
Härter, schneller, was ich wusste:
Das ist Leben, das ist Lust
Purer Rausch, nicht mehr bewusst

Liebe soweit Liebe kann
Zog so manche in den Bann
Wahnsinn, soweit Wahnsinn reicht
Nein, es war bestimmt nicht leicht

Bittersüßer Schmerz des Lebens
Es war zwar nicht alles vergebens
Doch es ist vorbei und ich bin schlauer
Es geht ohne, spreng die Mauer!

Alles Illusion und geboren aus Verzweiflung
Du brauchst es nicht, Vollgas, Abgrund und Ausschweifung
Vielleicht kling ich heute wie ein Spießer, doch ich bin keiner
Jetzt hab ich, was ich damals wollte – und dieser Sieg ist meiner!

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Labyrinth

Labyrinth

In dieser längst schon vergangenen ewigen Nacht
Da spüre ich sie, die ungöttliche Macht
Die Lust ist das Schicksal des Traumes
Ich lösche das Licht des vollendeten Raumes

Nächtliche Mysterien des kontrollierten Wahns
Eröffnen mir die Welten, die du noch nicht mal ahnst
Die Zeit biegt sich lasziv zu meinen Füßen
Und lässt das Universum grüßen

Verloren in einem hellen Ozean aus Nichts
In einem Spiegellabyrinth
Es spiegeln sich Versionen meines Gesichts
Der Krieger und das Kind
Mein Gesicht war vorher niemals meines
Und hinter dem Spiegel, da lag was Geheimes

Abgrundtiefe Liebe führt mich durch die Gänge
Links und rechts kreuzen sich Schicksalsstränge
Und wenn ich morgen wieder draußen bin
Ist alles was bleibt ein Gefühl von Sinn

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Die besten Jahre

Die besten Jahre

Wir träumten uns ne bess’re Welt
Wir hatten Ideale
Wir strebten nicht nach Ruhm und Geld
Wir hassten das Normale

Wir waren jung, wir waren stolz
Wir standen für’s Gerechte
Geschnitzt aus einem and’ren Holz
Wir wollten nur das Echte

Genie und Wahnsinn war’n normal
Wir litten für das Wahre
Der breite Weg war uns egal
Es waren geile Jahre

Die Utopie ist Utopie
Doch lass uns nicht verzagen
Verraten werden wir uns nie
Das Schicksal wird uns tragen

Wenn wir ein Stückchen dieser Zeit
In uns, im Herz behalten
Dann kommen wir noch weit
Dann kann uns nichts aufhalten

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

An alle, die es angeht

An alle, die es angeht

Die Welt kotzt dich an?
Zu kalt ist sie dir?
Du weißt nicht, was man tun kann?
Kommst damit zu mir?

Ja, vielleicht hätt ich da nen Rat
Denn die Revolution ist dein Traum
Du wärst gern Mann der Tat
Doch fühlst dich allein in Zeit und Raum

Allein bist du wirklich nicht
Nur dein Ansatz ist nicht richtig
Die wahre Revolution hat ein and’res Gesicht
Trägst du sie nach außen, wird sie bald nichtig

Oder verkehrt sich ins Gegenteil
Was noch viel schlimmer ist
Die Hippies sind im Altenteil
Immer dagegen – das ist alter Mist

Nein, die Revolution ist in dir
In mir, in jedem, der es wirklich will
Schrei es nicht raus, lebe es hier!
Wer es wert ist, den steck an, ansonsten sei nur still

Du weißt eigentlich genau, was ich mein
Als erstes hinterfrage dich
Du musst nur deinen Geist befrei’n
Das ist der erste Spatenstich

Eine Burg baust du, eine Burg wirst du sein
Die Feinde rennen an die Wand
Irgendwann geht’s von allein
Das Feuer wird zum Flächenbrand

Alles ist in dir schon jetzt
Diese Zeilen sollten dir reichen
Der Grundstein ist in dir gesetzt
Nur so können wir Großes erreichen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Steh endlich auf

Steh endlich auf

Für alles die richtigen Pillen
Und kaum noch einen Lebenswillen
Wie bist du da nur hingelangt?
Was hat man dir nur abverlangt?

Etwas mehr Wut täte dir gut
Der Wille, wieder was zu machen aus der Zeit
Ich sehe doch dein Leid
Sollte das schon alles sein? Nein!

Denk an deine Jugend, denk dran wie es war
Da war doch so viel mehr in dir, mach dir das wieder klar
Wenn du lieber liegenbleibst, dann wirst du ewig leiden
Mitleid hätt ich nicht mit dir, du musst dich schon entscheiden

Nicht die Welt ist schuld an der Misere
Du bist doch deines Glückes Schmied
Wenn’s hart kommt, pack dich bei der Ehre
Das macht den großen Unterschied

Steh also auf, erheb den Kopf
Kämpf, siege, wie es dir gebührt
Pack wieder Lebenslust am Schopf
Dann hat endlich dein Herz geführt

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Zurück zum Ursprung

Zurück zum Ursprung

Die Welt des Menschen ist des Menschen Feind
Verstand und Sprache engen ein
In Wüsten aus Beton und Stahl vereint –
Ich will kein Mensch mehr sein

Masken und Rollen stinken mir
Regeln und Konventionen
Ich wäre lieber wieder Tier
So wie vor Äonen

Von Instinkten leiten lassen
Von Natur beseelt
Trotzdem bewusst die Welt erfassen
Ein Traum – und nicht den Sinn verfehlt

Der Mensch wird noch am Menschen sterben
Wenn er den Ursprung nicht mehr sieht
Der Mensch muss die Natur beerben
Bevor sie ganz aus ihm entflieht

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Lange nicht gesehen

Lange nicht gesehen

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Jetzt ziehst du mich zurück in’n Dreck
Heute seh ich dein Gesicht
Verdammt, ich will nur wieder weg

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Und der blieb unsichtbar zurück
Denn wo ich war, da war kein Licht
Ja du bliebst dort, ich ging ins Glück

Tut mir leid
Jetzt schau nicht so
Hab mich nur befreit
Und ich bin froh
Dass ich es schaffte
Du hast es mir gewünscht, für mich gebetet
Und, etwas, das ich raffte
Mir vielleicht den Weg geebnet

Tut mir leid
Jetzt schau nicht so
Es sind doch nur noch Schmerzen für uns beide
Unsere Zeit, sie ist vorbei
Oder willst du, dass ich wieder leide?

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Mann, was war ich schwach und dumm
Evolution hat ihren Sinn
Was dich nicht stark macht, bringt dich um

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Durch die Nacht

Durch die Nacht

Ich kenne deine Angst
Ich kenne deinen Schmerz
Diese gottverdammte Welt
Sie bricht dein reines Herz

Du wagst zu hinterfragen
Sehnst dich so nach Wärme
Du willst kein Zombie werden
Und hilflose Wut
Zerreißt dir die Gedärme

Was kannst du tun?
Friss oder stirb
Du musst um dein Leben kämpfen
Gedeih, mein Freund, oder verdirb

Man sucht es sich nicht aus
So zu sein wie wir
Hol dich da selber raus
Keiner kann dir helfen außer dir

Du bist stärker als du denkst
Ignorier die Idioten
Spring in deinen Abgrund
Keiner hat’s dir je verboten

Es wird nicht hart, es wird viel härter
Geh ganz tief in dich hinein
Dich wird erschrecken, was du siehst
Sag zu allem, was du kanntest „Nein“

Definier dich durch dich selbst
Und nicht durch Raum und Zeit
Der Weg geht vom Mitleid der Zombies
Zu deren dunkelgelbem Neid

Ein Schritt zurück
Vielleicht dann anderthalb nach vorn
Vielleicht verlierst du alles
Und wünscht dir, du wärst nie gebor’n

Doch glaube mir, es lohnt sich
Und glaub mir auch, du kannst es schaffen
Was hast du zu verlieren?
Lass sie doch spotten, lass sie gaffen

Ich kenne deine Angst
Ich kenne deine Schmerzen
Ich wünsch dir alles Gute
Glaub mir, von ganzem tiefen Herzen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Freund Hein

Freund Hein

Manchmal verlier auch ich den Halt
Manchmal fühl ich mich schon furchtbar alt
Ich komm nicht zur Ruh, gnadenlos läuft die Zeit
Selbst in der Stille quält mich die Vergangenheit

Trauer und Lust in meiner Brust
Sehnsucht und Wut glimmen als Glut
Vernarbt ist mein Herz, doch immun gegen Schmerz?
Wie lang mir auch bleibt, die Seele entzweit

Ich könnte jetzt lachen, ich könnte jetzt weinen
Das Leben ist Fühlen, wird nie wirklich scheinen
Den wahren Frieden bietet nur der Tod
Ich warte auf ihn – doch noch tut’s keine Not

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“