Steh endlich auf

Steh endlich auf

Für alles die richtigen Pillen
Und kaum noch einen Lebenswillen
Wie bist du da nur hingelangt?
Was hat man dir nur abverlangt?

Etwas mehr Wut täte dir gut
Der Wille, wieder was zu machen aus der Zeit
Ich sehe doch dein Leid
Sollte das schon alles sein? Nein!

Denk an deine Jugend, denk dran wie es war
Da war doch so viel mehr in dir, mach dir das wieder klar
Wenn du lieber liegenbleibst, dann wirst du ewig leiden
Mitleid hätt ich nicht mit dir, du musst dich schon entscheiden

Nicht die Welt ist schuld an der Misere
Du bist doch deines Glückes Schmied
Wenn’s hart kommt, pack dich bei der Ehre
Das macht den großen Unterschied

Steh also auf, erheb den Kopf
Kämpf, siege, wie es dir gebührt
Pack wieder Lebenslust am Schopf
Dann hat endlich dein Herz geführt

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Zurück zum Ursprung

Zurück zum Ursprung

Die Welt des Menschen ist des Menschen Feind
Verstand und Sprache engen ein
In Wüsten aus Beton und Stahl vereint –
Ich will kein Mensch mehr sein

Masken und Rollen stinken mir
Regeln und Konventionen
Ich wäre lieber wieder Tier
So wie vor Äonen

Von Instinkten leiten lassen
Von Natur beseelt
Trotzdem bewusst die Welt erfassen
Ein Traum – und nicht den Sinn verfehlt

Der Mensch wird noch am Menschen sterben
Wenn er den Ursprung nicht mehr sieht
Der Mensch muss die Natur beerben
Bevor sie ganz aus ihm entflieht

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Lange nicht gesehen

Lange nicht gesehen

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Jetzt ziehst du mich zurück in’n Dreck
Heute seh ich dein Gesicht
Verdammt, ich will nur wieder weg

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Und der blieb unsichtbar zurück
Denn wo ich war, da war kein Licht
Ja du bliebst dort, ich ging ins Glück

Tut mir leid
Jetzt schau nicht so
Hab mich nur befreit
Und ich bin froh
Dass ich es schaffte
Du hast es mir gewünscht, für mich gebetet
Und, etwas, das ich raffte
Mir vielleicht den Weg geebnet

Tut mir leid
Jetzt schau nicht so
Es sind doch nur noch Schmerzen für uns beide
Unsere Zeit, sie ist vorbei
Oder willst du, dass ich wieder leide?

Ich entwickelte mich schneller als mein Schatten
Mann, was war ich schwach und dumm
Evolution hat ihren Sinn
Was dich nicht stark macht, bringt dich um

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Durch die Nacht

Durch die Nacht

Ich kenne deine Angst
Ich kenne deinen Schmerz
Diese gottverdammte Welt
Sie bricht dein reines Herz

Du wagst zu hinterfragen
Sehnst dich so nach Wärme
Du willst kein Zombie werden
Und hilflose Wut
Zerreißt dir die Gedärme

Was kannst du tun?
Friss oder stirb
Du musst um dein Leben kämpfen
Gedeih, mein Freund, oder verdirb

Man sucht es sich nicht aus
So zu sein wie wir
Hol dich da selber raus
Keiner kann dir helfen außer dir

Du bist stärker als du denkst
Ignorier die Idioten
Spring in deinen Abgrund
Keiner hat’s dir je verboten

Es wird nicht hart, es wird viel härter
Geh ganz tief in dich hinein
Dich wird erschrecken, was du siehst
Sag zu allem, was du kanntest „Nein“

Definier dich durch dich selbst
Und nicht durch Raum und Zeit
Der Weg geht vom Mitleid der Zombies
Zu deren dunkelgelbem Neid

Ein Schritt zurück
Vielleicht dann anderthalb nach vorn
Vielleicht verlierst du alles
Und wünscht dir, du wärst nie gebor’n

Doch glaube mir, es lohnt sich
Und glaub mir auch, du kannst es schaffen
Was hast du zu verlieren?
Lass sie doch spotten, lass sie gaffen

Ich kenne deine Angst
Ich kenne deine Schmerzen
Ich wünsch dir alles Gute
Glaub mir, von ganzem tiefen Herzen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Freund Hein

Freund Hein

Manchmal verlier auch ich den Halt
Manchmal fühl ich mich schon furchtbar alt
Ich komm nicht zur Ruh, gnadenlos läuft die Zeit
Selbst in der Stille quält mich die Vergangenheit

Trauer und Lust in meiner Brust
Sehnsucht und Wut glimmen als Glut
Vernarbt ist mein Herz, doch immun gegen Schmerz?
Wie lang mir auch bleibt, die Seele entzweit

Ich könnte jetzt lachen, ich könnte jetzt weinen
Das Leben ist Fühlen, wird nie wirklich scheinen
Den wahren Frieden bietet nur der Tod
Ich warte auf ihn – doch noch tut’s keine Not

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Nächtliche Erlösung

Nächtliche Erlösung

Teil 1
Bin erwacht in der Nacht, die ich liebe
Der Tag, er verlacht meine Triebe

Die edelsten Gelüste
Verstößt er und entblößt
Was er hemmt und fesselt
Wird von der Nacht gelöst

Mein Gedicht hat Gewicht nur im Dunkeln
Das Licht killt die Sicht auf das Funkeln

Intermezzo
Diese Nacht birgt ein Geheimnis
Diese Nacht, sie birgt ein Licht
Diese Nacht birgt einen Ort der Liebe
Diese Nacht birgt ein Gedicht

Teil 2
In einer Stunde voller Hass und Wut
In einer Stunde voller Schmerzen
Da tut es so unheimlich gut
Dämonen auszumerzen

Seitdem die Nacht mein Herz erfüllt
Und ich das Spiel verstehe
Bleibt kein Moment mehr unbefüllt
Egal, wo ich grad stehe

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Im Grunde (das Wortlose)

Im Grunde (das Wortlose)

Im Grunde sind es doch die Kinder, die…
Im Grunde ist es doch der Wahnsinn, wie?
Im Grunde sind wir doch versteckt, gefährlich
Im Grunde war noch kein Mensch ehrlich

Im Grunde ist es die gewisse Lähmung
Das Extreme und die volle Dröhnung
Im Grunde, wollen wir alle sagen, dass…
Im Grunde ist es doch der Wahnsinn, was?

Im Grunde sind wir alle arme Hunde
Im Grunde bist du jetzt mein Kunde
Im Grunde schweif ich in der Mitte
Rund um die unerhörte Bitte

Im Grunde ist es doch ein Witz
Im Grunde sind’s halt doch die Kids
Im Grunde kann auch ich am Ende
Es nicht sagen, geh in Rente

Im Grunde hat der Kaiser neue Kleider
Und trägt sie viel zu lange, leider
Im Grunde ist es Ja und Nein
Uns’re eigene Hölle und jeder allein

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Menschliche Fragen

Menschliche Fragen

Ist es noch normal, was wir tun in dieser Welt?
Kriege, Terror und am Ende zählt doch nur das Geld?
Gehört es dazu, dass so viele leiden?
Wir die Erde, die Natur ausweiden?

Denkt am Ende doch jeder nur an sich?
Ist der Mensch wirklich so widerlich?
Ist der Nette wirklich auch der Dumme?
Und nur der Tod für umme?

Haben wir schon kollektiv den Verstand verloren?
Wird noch mal ein Erlöser geboren?
Bemerken wir den ganzen Schwachsinn um uns nicht?
Hat noch irgendwer ne klare Sicht?

Die Antwort ist, dass wir zu wenig fragen
Obwohl wir immer wieder uns beklagen
Keiner fängt mal bei sich selber an, etwas zu ändern
So bleibt’s wie’s war in allen Ländern

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Kreislauf der Dummheit

Kreislauf der Dummheit

Wärm den Schwachsinn und die Dummheit
Nur immer wieder auf
Dann bleiben sie bestehen für immer
So ist der Mensch, verlass dich drauf
Und es wird immer schlimmer

Nichts ist so hartnäckig wie Lügen
Wenn man sie von klein auf hört
Wenn man lernt, niemals zu rügen
Zu hinterfragen, sagen was uns stört

Was hilft uns die Demokratie
Wenn wir alle Schafe sind
Wer immer nur im Gleichklang schrie
Bleibt immer taub und blind

Wenn alle in die gleiche Richtung gehen
Ist die noch lang nicht richtig
Doch wer will schon dagegen stehen
Sie sind so viele, tun so wichtig

Durschau den Mensch, er flüchtet in die Allgemeinheit
Aus Angst am Schluss allein zu sein
Verliert er das Gefühl für Sinn und Wahrheit
So siegte bisher meist der Schein

Bleibt nur zu hoffen, dass die Angst nicht ewig siegt
Dass wir den Mut finden, mal wieder nachzudenken
Da es am Ende jedem Einzelnen obliegt
Die Welt in bessere Bahnen zu lenken

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Aus Schwarz und Weiß geboren

Aus Schwarz und Weiß geboren

In mir sind Himmel und Hölle
Wie Bräutigam und Braut
Ihr Kind ist mein Leben
Der Tod mir vertraut

Im Kontrast von Schwarz und gleißend Weiß
Sah ich den Quell allen Lebens
Ja, ich bin, ich strebe, ich weiß
Ich bin nicht vergebens

Irgendwie sind wir alle wie gelähmt
Irgendwie zu sehr gezähmt
Irgendwie sind wir immer noch dumm
Irgendwie ist die Menschheit noch jung

Der, der baut, fordert oft nicht
Der, der fordert, sieht oft nicht
Der, der sieht ist oft stumm
Kenn das Spiel, sei nicht dumm

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der alte Wille

Der alte Wille

Nur das Echte
Nur der Schmerz
Nur die Liebe

Meine Rechte
Auf das Herz
Wenn sie nur bliebe

Ich will zurück
Und ich schreie
Will das Alte
Will das Neue

Ich will alles, immer noch
Ich stehe hier in Fetzen
Doch ich will, ich will
Lieben, wenn’s sein muss auch verletzen

Leben, gottverdammmt
Mein Herz ist schon so oft verbrannt
Die Hölle so vertraut
Und doch hat meine Seele
Bisher immer gut verdaut

Dass die Hölle Weisheit birgt
Das weiß ich
Was das große Glück bewirkt
Das weiß ich

Mein Wille macht mich trunken
Und aus Stunden werden Sekunden
Ich richte mich wieder auf
Neues Spiel, nimm deinen Lauf

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

In diesem Augenblick

In diesem Augenblick

Befreit von Zweifeln, die mich bremsten
Von all den Schmerzen und den Ängsten
Bin ich in diesem Augenblick
Die Sicht nach vorn und nicht zurück

An solchen Momenten halt ich mich fest
Selten sind sie in des Lebens Härtetest
Sie entstehen, wenn alles passt
Ohne Gier und ohne Hast

Man muss nur auf sie achten
Mal innehalten und das Innere betrachten
Mal mit dem dritten Auge sehen
Versuchen, tief, tief, zu verstehen

Auch muss man in den Wunden bohren
Sich klarmachen, dass man noch lebt
Solang du atmest, bist du nicht verloren
Du wirst gewinnen, wenn die Seele bebt

Leid kommt und geht, doch der erhabene Moment
Kurz klar zu sehen, ungehemmt
Das Eine, das im Herzen wohnt
Dafür zu leben, es sich lohnt

Lern es zu sehen, dieses Eine
Vielleicht weißt du dann, was ich meine
Befrei den Geist und sieh nach vorn
Dafür ist der Mensch gebor’n

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Süße Schmerzen

Süße Schmerzen

Gedanken rasen durch mein Hirn
Gedanken, die mich quälen
Meine Hölle will ich mir
Immer noch selber wählen

Angst und Schmerz erfüllen mein Herz
Bin wohl ein Masochist
Denn irgendwie genieß ich es
Und hab es fast vermisst

Wut und Hass verzehren mich
Doch treiben mich auch an
Und Hass ermöglicht Liebe
Wenn man denn lieben kann

Hab kaum noch Kraft zum vorwärts gehen
Ich bin sehr schwer verletzt
Doch wenigstens spüre ich mich
Das zählt im Hier und Jetzt

So bin ich froh in meinem Schmerz
Lache dem Teufel ins Gesicht
Solang ich das noch machen kann
Kriegt mich der Teufel nicht

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der große Stillstand

Der große Stillstand

Stünde die Welt mal still
Nur einen einzigen Tag
Weil sie so schnell nicht mehr will
Vieles würde klar mit einem Schlag

Wir haben gar keine Zeit mehr, uns zu hinterfragen
Alles läuft so schnell, wir müssen funktionieren
Im Takt bleiben, Terminen nachjagen
Wo der Sinn liegt, kann keiner mehr kapieren

Wenn wir alle mal ne Pause machten
Vielleicht würden wir wieder erkennen
Was wahre Werte uns mal brachten
Und würden aufhören, ohne Ziel zu rennen

Vielleicht würden wir uns wieder sehen als Menschen
Mit wahrer Menschlichkeit
Ein Traum, ohne Mauern, ohne Grenzen
Ich wünschte mir, es wär soweit

Vielleicht braucht’s erst Zusammenbruch, Ruin
Vielleicht braucht’s erst den großen Knall
Es deutet alles darauf hin
Ewig so weiter geht’s auf keinen Fall

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der Tragödie nächster Teil

Der Tragödie nächster Teil

Ich bin ein kleiner Faust
Mit dem Teufel im Bund
Suche nach dem großen Glück
Auf diesem weiten Erdenrund

Dieses hohe Streben
Ist ein gefährliches Spiel
Wenn man Selbst-Erkenntnis sucht
Riskiert man schon sehr viel

Doch es ist mit Blut geschrieben
Die Seele ist verpfändet
„Verweile doch, du bist so schön“
Der Satz, der es beendet

Bis dahin mache ich mich auf den Weg
Um tiefste Erkenntnisse zu gewinnen
Um die Sehnsucht zu stillen
Zu Leben mit all meinen Sinnen

Nicht für jeden sind gewisse Welten
Wünsche dir nicht zu viel
Es könnte in Erfüllung gehen
Der Tod des Weges ist das Ziel

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“