Selbsterkenntnis

Ich sah schon früh, was falsch ist hier
Doch spät erst das, was richtig
Ich suchte viel im Jetzt und Hier
Doch kannte mich nur flüchtig

Doch erst als ich den Blick in mich
Und meine Seele wandte:
Im Herz spürte ich einen Stich
Als ich mich selbst erkannte

Wenn du Ekenntnis suchst, dann wage dies
Und sieh auch die Abgründe
Das ist der Weg ins Paradies
Durch tiefste Höllenschlünde

Innere Freiheit, eine klare Sicht
Sie sind der Lohn der Selbsterkenntnis
Ein leichter Weg ist dieser nicht
Doch löst er die Seele von aller Bedrängnis

Ich fühl mich nun in mir zuhaus
Und halt es für den einzig wahren Weg
Doch such es dir ruhig selber aus
Es ist ein schmaler Steg

Freiheit des Ich

Wie ich’s dreh und wende
Dies ist noch nicht das Ende
Auch wenn die Wunden brennen
Ich lern mich erst so richtig kennen

Jeden Fehler den ich machte
Musste ich so machen
Über vielen Schwachsinn, den ich dachte
Kann ich heute herzlich lachen

Den eigenen Stil, das Wunder des Ich
Ein langer Weg, bis man sich findet
Und nicht nur als Kopie und blässlich
Sich an falsche Götzen bindet

Als freier Mensch ist man am Steuer
Verantwortlich, des Glückes Schmied
Der Käfig um dich rum ist offen
Nicht jeder, der das sieht – und endlich flieht

High Risk

High Risk

Ich klett’re nicht auf hohe Berge
Ich brauch auch keinen Fallschirmsprung
Ich fahr noch nicht mal Achterbahn
Bin nun auch nicht mehr ganz jung

Doch in mir, in meiner Seele
Gibt es Berge, gibt es Schluchten
Wüsten aus Eis und heißem Sand
Gibt es Monster und Dämonen
Extremsport in meinem Verstand

Will dort alles entdecken
Tiefer vordringen auf eigene Gefahr
Höchstes Risiko wird dort gegangen
Und diese Welt ist sehr, sehr wahr

Dieses Abenteuer ist es wert
Doch gefährlich ist es allemal
Ich werde nicht dran sterben
Doch wenn ich nicht aufpasse, ist es die Höllenqual

Vielleicht verlier ich mal den Verstand
Vielleicht hab ich ihn schon verloren
Doch diese Abenteuer ist mein Kick
Dafür bin ich geboren

Ich lebe noch!

Ich lebe noch!

Dass mein Feuer noch lodert
Oft gegen stürmischen Wind
Eine glückliche Fügung
Plus Wissen – wie man gewinnt

So viele Fallen im Leben
So viele Idioten auf dem Weg
Dieser ist oft
Ein sehr schmaler Steg

Ich habe genommen
Und will auch was geben
Ich tu was ich kann
Verdammt, ich bin noch am Leben!

Jeder sollte danach streben
Dieses Feuer zu bewahren
Lieber in Flammen
Mit Haut und mit Haaren
Als erloschen und erkaltend
Am Leben und doch nicht
Sein Dasein nur verwaltend
Ein Schatten ohne Licht

Ja, ich bin noch am Leben
Es zu bleiben ist ein Krieg
Er wird niemals enden
Alternativlos der Sieg

Melancholie

Melancholie

Früher – so helle Bilder und Magie
Vorbei – Vergänglichkeit in allem Sein
Zeit steht eben nie
Ein Leben, ein Hauch – Der Mensch so klein

Und doch ist in uns Ewigkeit
Im Anfang wie im Ende
Es hat nur alles seine Zeit
Das Leben und des Todes kalte Hände

Ein süßer Schmerz – Melancholie
Das große Akzeptieren und Verstehen
Das ist auch Glück, vergiss das nie
Als Teil des Ganzen sich zu sehen

Als Teil des Kreises, der Vergänglichkeit
Ein Grund mehr, den Tag zu leben
Und in der gegebenen Zeit
Nach dem Glück zu streben

Nur Mut!

Nur Mut!

Und hast du keine Chance
Dann nutze ebendiese
In jedem von uns steckt
Ein Held und auch ein Riese

Ist auch das Ziel verschwommen
Und sie trauen dir nichts zu
Setz dir DEINE Ziele
Du bist nicht sie, nein, du bist du

So wird in dir dann langsam
Der Riese aus dem Zwerg
Heb erst kleine Steine auf
Versetze dann den Berg

Nur Mut, du wirst es schaffen
Musst nur du selber bleiben
Träume sind zum leben da
DEIN Märchen musst du schreiben

Tief wie nie

Tief wie nie

Ein Impuls – der Herzschlag führt
Bin entflammt – und tief gerührt
Vom Leben und der Poesie
Fühle es so tief wie nie

Störgeräusche blend ich aus
Ein Gedicht muss wieder raus
War bereit und wird geschrieben
Als Zeuge von Lebenstrieben

Auch wenn es nur Worte sind
Fühle heut in mir wieder das Kind
Einfach Lust am Leben
Wie ein inneres Beben

Der Moment, er geht vorbei
Viel zu schnell, doch einerlei
Das Gedicht als Zeuge bleibt bestehen
Moment, ich werd dich wiedersehen

Fast nur Grau

Fast nur grau

Und sie wandeln durch die Städte
Schlafende Gestalten
Zombies, ferngesteuert
Die hier schalten und hier walten

Übernehmen Meinungen
Keine autarken Geister
Kleben an der Halbwahrheit
Brauchen Götter, brauchen Meister

Nur ein paar, sie tanzen aus der Reihe
Nur ein paar sind echt
Bunte Tupfer in dem Grau
Sind niemandes Knecht

Wollen wir eine graue Welt?
Wollen wir im Gleichschritt schreiten?
Oder wollen wir wieder atmen?
Für wahre Freiheit streiten?

Lunaris 2.0

Lunaris 2.0

Ich habe alles richtig gemacht
Habe alles nichtig gedacht
Habe alles niedergeträumt
Und die Seele aufgeräumt

Ich bin alles und keins
Bin der Herr meines Seins
Ergeben dem Großen und Ganzen
Um mit Engeln und Teufeln zu tanzen

Paradox und ganz logisch
Zerrissen und harmonisch
Avantgarde wie schon immer
Im Dunkel der Schimmer

Und ein grimmiger Mond
Sagt, dass das alles sich lohnt
Sagt, dass alles mal endet
Und das Blatt sich noch wendet

Mein Ego ist stark
Die Seele ist dark
Der Geist ist autark
Der Wille ist da
Und das, was ich sah
Mach ich zu Zeilen
Die vielleicht heilen

In diesem Sinne geht es weiter
Hoffentlich nur hoch die Leiter
Und in guten wie in schlechten Stunden
Bleibe ich dem Mond verbunden