Spiegelverkehrt

Dämonen wohnen zwischen Zeilen
Dämonen, die zerstören oder heilen
Diese Welt ist spiegelverkehrt
Darum hat mich der Teufel zum Guten bekehrt

Oben und unten sind vertauscht
Und alle irgendwie berauscht
Man sollte den Blick wieder in sich kehren
Das Wunder in sich dann verehren
Sich hassen, lieben, wieder spüren
Der wahre Kern soll wieder führen

Ich bin ein offenes Buch – mit sieben Siegeln
An meiner Seele will ich alles spiegeln
Der Dichter aus dem Untergrund
Er schreibt sich nun gesund

Auf den Schultern von Giganten stehend
Ist die Aussicht gut
Die frische Luft um meinen Geist –
Sie mindert auch nicht meine Wut

Zwischen allen Stühlen sitzt sich’s unbequem
Wir spielen Reise nach Jerusalem
Die Schwachen werden wieder stark
Und Geister wieder autark

Frei

Wenn du deinen Träumen nicht folgen kannst, folge deinen Alpträumen, sie führen dich auch ans Ziel. Die Stimmen in meinem Kopf drehen langsam durch und zerbrechen an mir. Was lieb und wichtig war hat sich verschoben. Das innere Kind darf wieder frei toben. Ich bin wieder am Leben und ich brenne auf ein wahrhaftiges. Neue Tiefe und ein aufrechter Gang. Den Dämonen der Vergangenheit sich zu stellen, erfordert den größten Einsatz. Gefahr und Angst, das ultimative Gewissen und endlich ein Feldzug gegen alle, die sich vor Schatten ängstigen. Die Wahrheit ist krass und sehr komplex. Begegne dir selbst in Wahrhaftigkeit. Vielleicht werden sich auch mal alle Menschen in Wahrhaftigkeit begegnen. Bis dahin musst du alles riskieren, das ist der Weg und er ist nichts wert, wenn du ihn nicht zum Schluss gehst.

Endlich

Ich sehne mich nach der guten alten Zeit – die es noch nie gab. Aber bis dahin bietet mein Selbst mir Unterschlupf, es schützt mich endlich vor dem Wahnsinn der Welt, wenn ich mich meinem eigenen Wahnsinn stelle. Ich habe die geheime Tür in mir gefunden. Jenseits von Worten, wo ich endlich und zum ersten Mal ich selbst bin. Die Bestie verliert ihren Schrecken, wenn sie frei ist. Nur Ketten mag sie nicht. Es ist alles ganz einfach. Ich bin bereit, ich bin befreit und doch beginnt es erst. Schicksal zu sein, es ganz zu akzeptieren, das ist Freiheit. Masken müssen fallen, egal was war und ist. Ich glaube wieder… Ich hoffe wieder… Ich liebe wieder…

Das Tier in Ketten

Zu viele Menschen
Denken in Schablonen
Enge im Geist beruht auf Angst
Vor sich und dieser Existenz

Im Verstandes-Zivilisations-Hirn
Hat das Chaos keinen Platz
Wir sind nicht instinktarm
Wir haben nur unsere Natur gänzlich überdeckt

Eine bessere Welt lässt sich nicht erforschen
Oder durch Regeln und Gesetze konstruieren
Doch sie lässt sich erträumen und erfühlen
Man muss die losen Enden nur zusammenführen

Wir müssen nicht wieder in Höhlen leben
Wir können alles haben – im Einklang mit der Natur
Und mit unserer eigenen
Unser Verstand ist Segen und Fluch

Das Tier in uns ist nicht grundsätzlich böse
Doch leg es in Ketten
Dann wird es sich von seiner schlimmsten Seite zeigen
Ein Blick in die Welt genügt gerade…

Rückkehr

Wenn Kreise sich schließen
Und doch erst öffnen
Wenn jeder Schein am Ende fällt
Dann sind wir doch beschützt und dürfen hoffen
Das Buch ist nun bald offen…

Erkenne in dir wahre Menschlichkleit
Es ist doch alles wahr und doch nur Schein
Und noch ist jeder hier allein

Liebe ist stärker als der Tod
Der alte Spruch ist wirklich wahr
Wir sind alle in der gleichen Not
In der gleichen alten Gefahr

Verbrennt alte Idole
Und besinnt euch WIRKLICH auf die Liebe
Verleugnet nicht das wahre Sein
Und auch nicht eure Triebe…

Stürme

Die alte Metapher – das Leben, ein Meer
Wir alle sind Schiffe und treiben umher
Manchmal im sicheren Hafen, doch keiner bleibt dort
Die Stürme, die kommen, sie treiben uns fort

Und wieder und wieder bringt ein Sturm uns ins Wanken
Die Ruhe danach ist die Ruhe davor
Dem Wechsel von beidem sollten wir danken
Denn jedes Mal sind wir stärker als jemals zuvor

Die Wellen waren wieder hoch, und wie!
Auf rauer See, ein Schiff in Not
Verschlungen haben sie mich aber nie!
Zu robust inzwischen ist das Boot

Verstärke dein Schiff in guten Zeiten
Wenn der Sturm kommt, vertraue darauf
Versuche die Wellen optimal zu reiten
So nimmt deine Reise ihren besten Verlauf

Ein Leben

Wer nicht an Wunder glaubt
Der wird auch keins erleben
Wann hat das Leben dir die Fantasie geraubt?
So wird’s dir nicht viel geben

Der Schlaf, aus dem du nicht erwachst
Er kam schon ziemlich früh
Das Leben ist, was du draus machst
Doch was hilft all die Müh‘?

Du hast schon alles und doch nichts
Und fühlst dich sehr zufrieden
Im Schatten deines eig’nen Lichts
Hast du verlernt zu fliegen

Wo ist im Leben wirklich Sinn?
Am Ende, lang nach deinem Tod
Als alter Mensch, scheidest dahin
Und kanntest weder Glück noch Not

Das Andere

Wenn ich meditiere, versuche ich Worte und Verstand, das, was im Alltag so sehr im Vordergrund steht, abzuschalten. Nicht in Worten zu denken oder Gefühle nicht mit Worten zu interpretieren, fällt schwer – ist aber der Schlüssel zu Erkenntnis und Glück. Ich will das Andere spüren, das was im Alltag viel zu kurz kommt. Es klingt so einfach, aber man muss es trainieren und ähnlich wie bei einem untrainierten Körper kann es anfangs schmerzhaft sein – lohnt sich aber für die Seele wie Sport für den Körper. Eine fitte Seele sozusagen – und die Welt liegt dir zu Füßen…

Das Andere ist und abhanden gekommen und es wiederzuentdecken wird uns weiterführen.
Dieser Text ist auch nur graue Theorie, weil er eben aus Worten besteht – und Worte gilt es zu überwinden.
Anfangs ist es wie ein Sprung ins Leere – das kostet Überwindung. Irgendwann wird es Routine – ich bin mir sicher, ohne diese Art der Meditation hätte ich persönlich in dieser Welt schon den Verstand verloren – oder wäre zumindest sehr unglücklich.

Dies ist mein Bekenntnis – zum Anderen.

Welten

Der kleine Geist
Der Regeln und Befehle braucht
Angst hat vor Freiheit, Chaos, Anders-Sein
Der nie die Seele hat bereist
Nie in sein Selbst tief eingetaucht –
Er kennt nichts andr’es als nur Schein

Ist es gut, ist es schlecht?
Was ist mutig, wer hat recht?
Diversität ist das, was zählt
Egal, welchen Weg man schließlich wählt

Ich will nicht urteilen über die
Die sich in einer and’ren Welt bewegen –
Nur lasst die Welten parallel bestehen!
Vielleicht berühren Sie sich doch irgendwie
Dialog statt Hass und Neid ist Segen
Und hilft, einander zu verstehen

Ich glaube…

Nichts ist für immer
Was es heute braucht, um etabliert zu sein
Kann dich morgen daran hindern
Und umgekehrt

Deshalb verlasse ich mich auf das Unveränderliche
Tierisch-menschliche in mir

Zeiten, Gesellschaften, Ideologien
Hatten nie Bestand
Waren nie optimal
Werden es nie sein

Je näher wir dem Kern kommen, dem Unveränderlichen, unserer Natur
Desto besser wird die Welt, auch wenn es vielleicht paradox klingt
Nicht die künstlich konstruierte Moral, sondern die Nähe zum Ursprung macht uns menschlicher

Meine Überzeugung:
Für morgen im Vergleich zu heute gilt:
Die Letzten werden die Ersten sein
Und die Ersten die Letzten

Wenn… ja, wenn wir zurück zu uns finden
Zurück zum Menschen
Ich glaube, wenigen ist die Dimension dieser Idee klar, auch wenn sie nicht neu ist…

Wir sollten wieder mehr fühlen, das haben wir verlernt vor lauter Denken
Bei allem Fortschritt ist dieser auch ein Rückschritt
Der Weg nach vorne führt zurück

Wir können alles haben – Wissenschaft, Fortschritt und Einklang mit der und unserer Natur
Ich bin sicher, dass das geht, jedoch nicht, ob wir es je schaffen
Ich glaube aber an uns

Abseits-Suche

In dieser wirklich komplizierten Welt
Ist es nicht leicht, zu sich zu finden
Von all den bunten Lichteffekten
Nicht völlig zu erblinden

Wer sich verloren fühlt, dem rate ich:
Such nicht im Etablierten
Die Wahrheit liegt nicht unbedingt
Nur im gemeinhin Akzeptierten

Jeder mögliche Gedanke
Wurde wohl schon mal gedacht
Es ist ein Puzzle und ein Labyrinth
Eine Reise durch die Nacht
Wer SEINE Wahrheit wirklich sucht
Der findet sie und der gewinnt

Ich nenne es den Weg des Kriegers
Den abseitigen Weg
Den mit den Dornen und den Schmerzen
Den schmalen, nicht den breiten Steg

Es klingt klischeehaft, doch so ist es
Und wird sich auch nie ändern
Da jeder seine Wahrheit hat
Sucht man alleine an den Rändern*

Er endet nie, doch er wird leichter
Das Leben sehend zu begehen
Ist besser als bis an das Ende
Sich selbst immer im Weg zu stehen

*Mainstream ist immer ein temporärer Konsens der Masse. Zur Selbstfindung des Individuums taugt er deshalb nicht. Das Grundwesen des Menschen ist zeitlos. Gesellschaften sind es eben gerade nicht. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns, wenn wir unsere eigene Wahrheit suchen.

Dein Untergang

Du bist nicht so stark
Du hattest nur Glück
Passt zufällig perfekt in diese Zeit
Aalglatt und geschliffen
Oberflächlich und bereit, dich anzubiedern
Bei denen, die etabliert sind
Ein Kreislauf
Eine geschlossene Gesellschaft
Überholter Werte
Egoisten
Materialisten

Doch Zeiten können sich ändern
Wenn anderes mal zählt
Siehst du verdammt schlecht aus
Man wird sehen…
Ich jedenfalls kämpfe für deinen Untergang
Ich bete für deinen Untergang
Ich bin davon überzeugt, dass er irgendwann kommen wird –
Dein Untergang

Hinter dem Spiegel

Sie schauen sich täglich ins Gesicht
Doch sie sehen sich nicht
Verstehen nicht
Vor der eigenen Fassade stehend
Eine Mauer aus Angst vor sich selbst
Nur in der Herde vorwärts gehend
Robotisch du dich dazu gesellst

Hinter dem Spiegel die Fremde
Hinter dem Spiegel ein Nichts?
Hinter dem Spiegel die Wahrheit
Jenseits des sicheren Lichts

Warum die Angst, sich selbst zu entdecken?
Ja, es wird dich erst zu Tode erschrecken
Doch da ist auch sehr viel Schönes
Und du bist frei und klar im Geist
Wenn du hinter dem Spiegel
Dein Selbst jetzt befreist

Erlerne dich, begreife dich
Jenseits von Raum und Zeit
Als das, was du nun einmal bist
Du und nur du – einfach befreit

Individuell?

Lebst du noch?
Bist du wirklich frei?
Oder wirst du nur gelebt?
Fremdbestimmt – nur noch im Kollektiv dabei?

Der Mensch, er braucht den Menschen
Das ist ja völlig klar
Doch über-sozialisiert
Verschwimmt dein Ich
Mit all der Menschenschar

Der Mensch braucht Regeln und Gesetze
Ich bin kein Anarchist
Doch lange habe ich den Ankerpunkt
In meinem Selbst vermisst

Letztendlich stand ich mir nur selbst im Weg
Ich sah mich nur durch Augen and’rer
Der Mensch ist zwar ein Herdentier
Doch selten nur ein Seelenwand’rer

Was jeder aber sein kann –
Trau dich und geh manchmal zur Mitte
Es macht dich stärker, du zu sein
Und nicht ein Sklave aktueller Sitte

In Bewegung

Es muss immer weitergehen
Der Stillstand ist der Feind des Geistes
Wenn das Herz nicht brennt, vereist es
Ich will immer Neues sehen
Das Dasein, soweit es geht, verstehen

Immer in Bewegung bleiben
Das Leben ganz mir einverleiben
Einfach Leidenschaft für’s Sein
Keine Kompromisse, nein

Ich will leben, wirklich leben
Könnte mir sonst nicht vergeben
Will was in der Seele spüren
Das Herz muss mit Elan mich führen

Viele Wege führ’n dorthin
Hauptsache, du siehst den Sinn
Und alles bleibt im Fluss
Vom Anfang bis zum Schluss