Lunaris 2.0

Lunaris 2.0

Ich habe alles richtig gemacht
Habe alles nichtig gedacht
Habe alles niedergeträumt
Und die Seele aufgeräumt

Ich bin alles und keins
Bin der Herr meines Seins
Ergeben dem Großen und Ganzen
Um mit Engeln und Teufeln zu tanzen

Paradox und ganz logisch
Zerrissen und harmonisch
Avantgarde wie schon immer
Im Dunkel der Schimmer

Und ein grimmiger Mond
Sagt, dass das alles sich lohnt
Sagt, dass alles mal endet
Und das Blatt sich noch wendet

Mein Ego ist stark
Die Seele ist dark
Der Geist ist autark
Der Wille ist da
Und das, was ich sah
Mach ich zu Zeilen
Die vielleicht heilen

In diesem Sinne geht es weiter
Hoffentlich nur hoch die Leiter
Und in guten wie in schlechten Stunden
Bleibe ich dem Mond verbunden

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Was zählt

Was zählt

Nicht alles was wir uns erhoffen
Nicht alles geht auch in Erfüllung
Die Zukunft ist doch immer offen
Das Jetzt ihre Enthüllung

Doch bringt es nichts damit zu hadern
Im Jetzt fließt Blut durch deine Adern!
Jetzt lebst du und gestaltest morgen
Um gestern brauchst du dich nicht mehr zu sorgen

Je mehr du lebst im Augenblick
Erfüllen sich morgen Träume – Stück um Stück
Je mehr dein Heute du gestaltest
– und nicht dein Dasein nur verwaltest –
Wird’s Leben besser, glaub es mir
Es zählt einfach das Jetzt und Hier!

Die Mitte und der Rand

Die Mitte und der Rand

Geh in deine Mitte
Erfühle, was da ist
Jenseits allgemeiner Sitte
Bist du, was du bist

Doch geh auch an den Rand
Lebe, ja, nimm teil am Leben
Reich andern deine Hand
Es ist ein Nehmen und ein Geben

Alles hat so seine Zeit
Das Außen und das Innen
Auch Glück, auch Leid
(kein Schatten ohne Licht!)
Im Wechsel lässt es dich gewinnen

Die Suche

Die Suche

Im Käfig der Konventionen
Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehend
Die falschen Ikonen
Die Seele nach Freiheit flehend

So bist du und stehst vor mir
Doch ich kann dir nicht helfen, nein
Vielleicht noch zeigen dir die Tür
Durchgehen musst du allein

Du bist wie viele verlorene Seelen
Die erdrückt sind und nicht frei
Die sich durch die Tage quälen
Und sich aufreiben dabei

Wenn du raus willst aus dem Kerker
Die Antwort wie, sie liegt in dir vergraben
Die Suche allein macht dich schon stärker
Nutze alle deine Gaben

Der Preis des Einzigartig-seins:
Jeder sucht für sich alleine
Im Glanz verborg’nen Seelenscheins
Liegt der Schatz und ist der deine

So stehst du suchend nun vor mir
Doch ich kann dir nicht helfen, nein
Vielleicht hab ich dir jetzt gezeigt die Tür
Durchgehen musst du allein

Lebensbeichte

Lebensbeichte

In meiner Brust, da wohnt nur eine Seele
Doch was sie bräuchte, gibt es nicht in dieser Welt
So musste ich dies Monster schaffen
Das nachts zur Unterwelt den Zugang hat
Und sich dem Bösen zugesellt

Bei Tageslicht leuchten Vernunft und Sitte
Bei Tag fehl’n aber auch die Tiefe und der Sinn
Bei Tag, da brauch ich eine Maske
Sonst würden sie mich quäl’n und töten
Ja mich, so wie ich wirklich bin

Ich bin nicht Jekyll und ich bin nicht Hyde
Doch brauch ich beide sie zum Überleben
Das Pendel überquert die Mitte
So kann mir diese Abart einer Welt
Am Ende doch noch etwas geben

Und manchmal – in einer Nacht in meinen Armen
Das Pendel steht, du kannst mich sehen
Es fällt die Maske und das Monster schläft
Der Raum steht dann in Flammen
Und du wirst verstehen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Gestatten, Lunaris

Gestatten, Lunaris

Ich mach die Augen auf
Nach einem langen Schlaf
Wach auf voller Verlangen
Ich mach die Augen auf und sehe dich
Selbst nur halbwach und voller Bangen

Diese Angst und diese Wut
Diese übervolle Leere
Ich kenne sie zu gut
Daraus entstand der, der ich bin
Und mit mir meine „Lehre“

Wenn ich heute schreibe
Mit viel Gefühl es aus mir fließt
Dann weiß ich beileibe
Woher ich komm, wohin ich geh
Und wer mich richtig liest
Bekommt das große Ferneweh
Nach dem Echten, nach der Zeit
Jenseits des Bekannten
Nach der Wahrheit, nach dem Fight
Und den Seelenverwandten

Ich nehme Maß und treff ins Ziel
Was ich will, ist echt nicht viel
Dich berühren, Schmerz vernichten
Und auf das Echte nicht verzichten
Voll auf meine Kosten kommen
Und, es sei mir unbenommen
Nur mein Werk auf Erden tun
Das ist das Korn, ich’s blinde Huhn

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Das Lie(ei)d des Lebens

Das Lie(ei)d des Lebens

Wem niemals je das Herz zerbrach
Der hat noch nie gelebt
Wer niemals mit dem Wahnsinn sprach
Merkt nicht, wie er vergeht

Wer niemals tot am Boden lag
Kommt niemals ganz nach oben
Wer niemals hat verflucht den Tag
Ist bald im Nichts zerstoben

Wer niemals laut vor Schmerzen schrie
Verdammt ist er, er ist schon tot
Was Glück ist, das erfährt er nie
Wer nie in Not war, ist in Not

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der Ruf des Wegs des Kriegers

Der Ruf des Wegs des Kriegers

Universum meines Ichs, ein weites Feld
Ein ganz bestimmtes Bedauern
Doch ich will nicht mehr trauern
Wohin sind all die Mauern?
Nüchtern, nüchtern ist der Held

Das Kind ist euphorisch
Der Verlierer verzweifelt
Der Krieger ist cool
Gibt nichts, was ihn aufhält

Dem Krieger im Krieg
Sichert Ruhe den Sieg
Als Krieger im Frieden
Wird er groß nach Belieben

Wenn man jung es spürt
– Es gibt dafür keine Worte
Doch in dir magische Orte –
Dann ahnt man, was da führt

Es ist ein Ruf und es ist Wissen
Doch es erfordert viel, ist ein schwieriges Spiel
Und noch verschwommen ist das Ziel
Und weit das Ruhekissen

Wenn man jung mit Leidenschaft
Dem Ruf folgt und den Berg erklimmt
Ist die Jugend bald hinweggerafft
Und die Zeit des Leids beginnt

Die Prüfung ist oft mehr als hart
Doch besinne dich auf dein Herz
Belohnt am Ende wird der Schmerz
Wir sind von der gleichen Art

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

A und O

A und O

Wenn am Anfang die Sehnsucht steht
Steht am Ende ihr Tod
Wenn ein Krieger den Weg geht
Bekommt der Tod Atemnot

Wenn am Anfang der Wille steht
Steht am Ende sein Brechen
Wenn ein Krieger den Weg geht
Wird er die Opfer rächen

Steht am Anfang ein Entschluss
Steht am Ende sein Verrat
Der Krieger weiß, was er tun muss
Und er sät seine Saat

Am Anfang war das Wort
Auf meines kannst du dich verlassen
Heuchelei ist dein Sport
Und meiner: dich hassen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Auf schmalen Pfaden

Auf schmalen Pfaden

Ich war so oft auf Messers Schneide
Danke dem Schicksal für mein Glück
So krass sind diese alten Bilder
Beim Blick so weit zurück

Es war die Reise durch das Dunkel
Lange war kein Licht zu sehen
Zeit schien es nicht zu geben
Und nichts schien mehr zu gehen

Auf sehr verschlung’nen Pfaden
Ohne ein Ziel vor Augen
War ich allein, verloren
Dachte, ich würd nichts taugen

Doch manche(r) hielt mich aus
Und manche(r) half mir auf
Dafür bin ich so dankbar
Es nahm nen guten Lauf

Was bleibt?
Erinnerung und viele Lehren
Das Wissen, dass das Leben wertvoll ist
Verschiedene Perspektiven
Und ein vernarbtes Herz, das nicht vergisst

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“