Dressierte Menschen

Schau, wie alle funktionieren
Darauf zielt doch alles ab
Ein „normales“ Leben führen
Von der Wiege bis zum Grab

Brav, gib Pfote –
Schreib ’ne gute Note
Später dann mach Karriere
Sammle Geld und Ruhm und Ehre

Alles ist reglementiert
Folge Trends und Traditionen
Alles etwas limitiert
Doch seichtes Glück wird dich belohnen

Und hüte dich vor Ungezähmten
Vor dem Ausschuss, den Chaoten
Denn all diese Unverschämten
Sind des Unterganges Boten

Konservieren wir, was war
Legen freien Geist auf Eis
Progression ist auch Gefahr
Bleiben lieber auf dem Gleis

Der Prophet (frei nach Nietzsche)

Der Prophet wird nicht verstanden
Seine Sprache kam dem Volk abhanden
Er hat den Schlüssel, doch sie kennen nicht einmal die Tür
– der Prophet kann nichts dafür

Er trägt die Last der Welt
Ganz sicher NICHT auf seinem Rücken
Er kennt den Sinn, sie kennen Geld
Welten, die nie zusammenrücken

Der Adler ist frei, die Schlange ist klug
Wer den Erlöser blutig schlug –
Ist er Opfer oder Täter?
Oder der Erlöser ein Verräter?

Prometheus, Eva, Judas, Christus –
Das Schicksal, es steht fest und ist doch offen
Der Mensch muss sich noch überwinden
Er ist frei und er darf hoffen
Muss nur erst suchen, um zu finden

Seiltänzer können abstürzen
Gewitter fangen mit dem ersten Tropfen an
Und Fades muss man würzen
Der neue Tag kommt – irgendwann

(Inspiriert von Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ – nicht nur der Protagonist wird dort missverstanden, sondern meiner Meinung nach auch Werk und Autor…)

Ich glaube…

Nichts ist für immer
Was es heute braucht, um etabliert zu sein
Kann dich morgen daran hindern
Und umgekehrt

Deshalb verlasse ich mich auf das Unveränderliche
Tierisch-menschliche in mir

Zeiten, Gesellschaften, Ideologien
Hatten nie Bestand
Waren nie optimal
Werden es nie sein

Je näher wir dem Kern kommen, dem Unveränderlichen, unserer Natur
Desto besser wird die Welt, auch wenn es vielleicht paradox klingt
Nicht die künstlich konstruierte Moral, sondern die Nähe zum Ursprung macht uns menschlicher

Meine Überzeugung:
Für morgen im Vergleich zu heute gilt:
Die Letzten werden die Ersten sein
Und die Ersten die Letzten

Wenn… ja, wenn wir zurück zu uns finden
Zurück zum Menschen
Ich glaube, wenigen ist die Dimension dieser Idee klar, auch wenn sie nicht neu ist…

Wir sollten wieder mehr fühlen, das haben wir verlernt vor lauter Denken
Bei allem Fortschritt ist dieser auch ein Rückschritt
Der Weg nach vorne führt zurück

Wir können alles haben – Wissenschaft, Fortschritt und Einklang mit der und unserer Natur
Ich bin sicher, dass das geht, jedoch nicht, ob wir es je schaffen
Ich glaube aber an uns

Warum ich schreibe

Der Enge im Geist
Er leidet meist nicht
Wer Tiefe hat
Zu oft zerbricht

So lange das so ist
Ist diese Welt nicht richtig
So kann ich nicht zufrieden sein
Rebellion ist deshalb wichtig

Deshalb schreibe ich
Gegen das roboterhafte Funktionieren
Gegen Stumpfsinn, Oberflächlichkeit
Dagegen, dass Wahrhaftige
Viel zu oft verlieren

Die Falschen sind oben
Und die Falschen sind unten
Meine subjektive Wahrheit
Ich habe sie gefunden

Vielleicht kann ich dir helfen
Die deinige zu finden
Und dich an diese Rebellion
Auch mit zu binden

Doch egal, ich schreibe, weil ich schreiben muss
Was man auch davon halten mag
So heil ich mich und stör‘ ein bisschen
Und das ganz sicher bis zum letzten Tag

Hauptstrom

Ein kurzlebiger Konsens der Masse
Trends, die machen Kasse
Wer tritt sie los? Wer springt als Erster auf?
Oberflächlichkeiten im Schnelldurchlauf

Füllen viele leere Leben
Trend-Junkies, die Influencern an den Lippen kleben
So lässt sich viel verdrängen – die Ängste in der Seele
So warten sie auf neue Befehle:
Was ist „hot“, was ist’s „not“?
Was sagt man so, was trägt man?
Und was darf ich so denken?
So lassen sie sich lenken

Die pure Existenz, ohne diesen ganzen Mist
Das, was du letztlich wirklich bist
Es kann einschüchternd sein und irritierend
So ohne Herde, niemand führend

Letztendlich musst du dich entscheiden:
Freiheit oder dieses Opium
Für erstere musst du sehr viel leiden
Das zweite aber bringt die Seele langsam um
Die Wahl ist großes Glück am Schluss des Dornenwegs
Oder das seichte Glück ein Leben lang
Du musst es wissen – denn niemand hier hat Zwang

Ihr Massenmenschen, ich versteh euch auch mehr, als ihr denkt
Es kommt drauf an, wohin das Schicksal dich so lenkt
Für mich stellt sich die Frage nicht mehr
Zur Freiheit bin ich eh verdammt – Mein Segen und mein Fluch
Zu weit geschrieben schon das Lebensbuch…

Sapiens?

Der Mensch bestimmt den Brauch, später bestimmt dann der Brauch den Menschen und versklavt ihn.
Alles ist dynamisch. Wir sollten uns und unser Tun ständig hinterfragen und reflektieren. Tun wir aber kaum. Und wenn, dann nicht radikal und ehrlich genug. Wir belügen uns. Das Individuum tut das und die Gesellschaft tut das. Wir haben uns festgefahren. Es könnte alles ganz anders sein…

Zu jeder Zeit dachte der Mensch, er wüsste alles und sei fertig. So ist es heute auch. Wir schauen zurück auf die unaufgeklärten, abergläubischen Menschen von früher und halten uns für besser. Ja, der Mensch hat sein Wissen sehr gesteigert, aber dafür macht er in anderen Bereichen Rückschritte. Z.B. Instinkt und Naturverbundenheit, Spiritualität und Intuition, wahre Solidarität in der Gruppe. Das Letztere können die Affen besser als wir. Ich sehe den Menschen noch immer in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Vor allem auf den gerade genannten, so wichtigen, Gebieten. Wir müssen noch sehr viel lernen und verstehen, um eine hellere, bessere und gerechtere Welt zu erreichen. Es wird spannend zu sehen sein, ob wir das vor unserer Selbstauslöschung schaffen.

Dein Untergang

Du bist nicht so stark
Du hattest nur Glück
Passt zufällig perfekt in diese Zeit
Aalglatt und geschliffen
Oberflächlich und bereit, dich anzubiedern
Bei denen, die etabliert sind
Ein Kreislauf
Eine geschlossene Gesellschaft
Überholter Werte
Egoisten
Materialisten

Doch Zeiten können sich ändern
Wenn anderes mal zählt
Siehst du verdammt schlecht aus
Man wird sehen…
Ich jedenfalls kämpfe für deinen Untergang
Ich bete für deinen Untergang
Ich bin davon überzeugt, dass er irgendwann kommen wird –
Dein Untergang

Corona (Wann, wenn nicht jetzt?)

Wer hätte es gedacht
Ein Virus verändert die Welt
Zeigt uns’re Verwundbarkeit
Der Mensch – kein Superheld

Vielleicht ist es ’ne Chance
Vielleicht denkt mancher um
Die Welt so wie sie war
Da ist’s nicht schade drum

Globaler Turbokapitalismus
Abhängigkeit von unmenschlichen Regimen
Geheiligt Geld und Karriere
Das Recht des Stärkeren – das waren die Maximen

Wir können ja auch solidarisch
Zumindest manche, wie sich zeigt
Das ist der Mensch, an den ich glaube
Ich hoffe, dass er’s nicht vergeigt

Denn unsre Welt, sie ist im Wandel
Wir haben es nun in der Hand
Jeder hat das – jeder trägt bei
Vielleicht sieht Menschlichkeit dann neues Land

Ein langer Weg wird es – so oder so
Wir sind noch weit davon entfernt
Im Einklang mit allem zu leben
Wir haben es so sehr verlernt

Wann, wenn nicht jetzt
Denken wir nach?
Wann, wenn nicht jetzt
Werden wir wach?

Verschwörung

„Corona gibt es nicht“
„Bill Gates trinkt Kinderblut“
„Die Echsenmenschen auf der Erdscheibe
Sie infiltrieren uns gut“

Bei aller Liebe…
Eure Meinung ist ja frei
Alles kritisch hinterfragen?
Bin sofort dabei!

Bei euch läuft das nur leider gründlich schief
Ich kann euch wirklich nicht verstehen
Dabei hab ich ja selbst die Sehnsucht
Nach Wahrheit, alles klar zu sehen

Sich dafür was zurecht zu basteln –
So funktioniert das leider nicht
Die Wahrheit ist sehr sehr komplex
Und sorry – ihr seid nicht ganz dicht

Menschenpflicht

Die Macher denken zu wenig
Die Denker machen zu wenig
Ein Grunddilemma uns’rer Zeit
Ob uns der „Erfühler“ mal befreit?

Fachidiotie und Machtgeilheit
Sie führen und wir folgen
Wölfe, Schafe, Menschenbeute
Das ist das Hier und Heute

Vielleicht war es nie anders
Ich glaube aber, es kann anders gehen
Die Welt kann ich zwar auch nicht ändern
Doch muss das Kollektiv verstehen:
Wenn jeder das versuchen würde
Dann würde es auch klappen
Angst und Bequemlichkeit sind eine Hürde
Verantwortung aber auch Menschenpflicht
Entzieht euch dieser bitte nicht

Der verkopfte Mensch

Alles Logik und Verstand
Werte und Moral
Von klein auf alles aufgesogen
Wo war da auch die Wahl?

Immer mit dem Kopf entschieden
Und du bist ja auch nicht dumm
Warum bist du nur unzufrieden?
Was spukt da in der Seele rum?

Vielleicht schaffst du’s, es zu ignorieren
Klein zu halten wie bisher
Ja, so kommt man auch durchs Leben
In dieser Welt stört das nicht sehr

Nur was, frag ich nun, ist wohl stärker?
Das, was uns trennt von der Natur?
Oder was uns als deren Teil mit ihr verbindet?
Verkopfter Mensch, du bist erblindet
Verkopfter Mensch, wann merkst du’s nur?

Man weiß wohl recht genau, wovon ich rede
Doch auch dieses sind nur Worte, graue Theorie
Um zu umschreiben, was sich nicht sagen oder denken lässt
Und mir doch so viel Kraft verlieh…

Nonkonform (Keiner von euch, Teil 2)

Liebt mich oder hasst mich
Es ist mir so egal
Mich anzupassen, einzufügen
Sah ich schon früh als Qual

Nach Wahrheit, nicht nach Anerkennung
Suche ich und strebe
Doch Wahrheit ist für jeden anders
Nonkonform ich also lebe

Ich fühle mich auch frei
Und geh auf meinen Wegen
Zum Glück war ich da konsequent
So ist’s kein Fluch, sondern ein Segen

Lasst mich nur in Ruhe
Auch einsam bin ich nicht
Gleichgesinnte gibt’s genug
Und Anpassung ist keine Pflicht

Der neue Tag

Der neue Tag

Die am wenigsten zu sagen haben
Reden am lautesten und meisten
Sie bringen es zu was in dieser Welt
Und können sich viel leisten

Die Stummen, die Weisen, die Leisen
Sind das Potential für eine bessere Welt
Sie gehen unter, leiden oft
Für schwach man diese Menschen hält

Die Letzten MÜSSEN die Ersten werden
Fassade darf nicht alles sein
Entlarven wir die Blender
Und all den schönen Schein

Ein Paradigmenwechsel
Kommt nie auf einen Schlag
Doch wenn wir wirklich wollen
Sieht diese Welt den neuen Tag

An dem nicht Gier und Geld und Macht allein
Die Welt weiter regieren
Und all die etablierten Blender
Am Ende doch verlieren