Nonkonform (Keiner von euch, Teil 2)

Liebt mich oder hasst mich
Es ist mir so egal
Mich anzupassen, einzufügen
Sah ich schon früh als Qual

Nach Wahrheit, nicht nach Anerkennung
Suche ich und strebe
Doch Wahrheit ist für jeden anders
Nonkonform ich also lebe

Ich fühle mich auch frei
Und geh auf meinen Wegen
Zum Glück war ich da konsequent
So ist’s kein Fluch, sondern ein Segen

Lasst mich nur in Ruhe
Auch einsam bin ich nicht
Gleichgesinnte gibt’s genug
Und Anpassung ist keine Pflicht

Der neue Tag

Der neue Tag

Die am wenigsten zu sagen haben
Reden am lautesten und meisten
Sie bringen es zu was in dieser Welt
Und können sich viel leisten

Die Stummen, die Weisen, die Leisen
Sind das Potential für eine bessere Welt
Sie gehen unter, leiden oft
Für schwach man diese Menschen hält

Die Letzten MÜSSEN die Ersten werden
Fassade darf nicht alles sein
Entlarven wir die Blender
Und all den schönen Schein

Ein Paradigmenwechsel
Kommt nie auf einen Schlag
Doch wenn wir wirklich wollen
Sieht diese Welt den neuen Tag

An dem nicht Gier und Geld und Macht allein
Die Welt weiter regieren
Und all die etablierten Blender
Am Ende doch verlieren

Postfaktisch

Postfaktisch

Momentan hat recht
Wer am lautesten schreit
Die Lüge ist stark
Dunkelheit macht sich breit

Weit weg von Vernunft
So viele Hirne vernebelt
Was soll man da tun?
Weisheit geknebelt

Hab die Wahrheit nicht gepachtet
Doch wer Fakten so verachtet
Den gilt es zu bekriegen
Und den wird man auch besiegen

Leute, was ist los mit euch
Woher kommt all der Hass?
Das Kollektiv bietet euch Schutz
Doch eure Dummheit ist so krass

Rechts, links, einerlei
Wir müssen uns besinnen
Diskutiern mit Argumenten
Demokratie von vorn beginnen!

Wenn die Vernunft nicht letztlich siegt
Dann kommen wahrlich dunkle Zeiten
Geschichte wird sich wiederholen
Und unsern Untergang bereiten

Keiner von euch

Keiner von euch

Eure Welt ist fern von mir
Ich kann zwar in ihr leben
Doch werd ich nie so sein wie ihr
Und auch nicht danach streben

Nicht, dass ich euch hasse
Nicht, dass ich damit hadern würde
Solang man mich nur leben lasse –
Für mich ist’s keine Hürde

Dennoch – Eure Unterhaltung, euer Pop
Eure Trends und Herdentriebe –
Was ist Top und was ist Flop?
Klischees und Oberflächlichkeit
Sind nicht, was ich so liebe

Ein bisschen mehr Tiefe, ein bisschen mehr Hirn
Ein bisschen mehr Liebe auf unserm Gestirn –
Bleiben wohl erstmal Illusionen
Oder hat noch irgendwer Visionen?

Der Sinn ist nicht nur Brot und Spiele
Doch Tieferes liegt gerade nicht im Trend
Macht was ihr wollt, bin einer und ihr viele
Doch denkt dran, Zeit ist kostbar und sie rennt

Fast nur Grau

Fast nur grau

Und sie wandeln durch die Städte
Schlafende Gestalten
Zombies, ferngesteuert
Die hier schalten und hier walten

Übernehmen Meinungen
Keine autarken Geister
Kleben an der Halbwahrheit
Brauchen Götter, brauchen Meister

Nur ein paar, sie tanzen aus der Reihe
Nur ein paar sind echt
Bunte Tupfer in dem Grau
Sind niemandes Knecht

Wollen wir eine graue Welt?
Wollen wir im Gleichschritt schreiten?
Oder wollen wir wieder atmen?
Für wahre Freiheit streiten?

Big Boss

Big Boss

Du bist besessen von deiner Macht
Dein Geist ist niemals richtig aufgewacht
Doch du hast Einfluss, du hast Geld
Fühlst dich wie der große Held

Doch bist so klein in deiner Seele
Spielst Schicksal, gibst ständig Befehle
Du bist in Wahrheit voller Angst
Doch sie tun, was du verlangst

Du hast dich einst entschieden
Selbstreflexion immer vermieden
Du hast deine Priorität gesetzt
Das Kind in dir hast du verletzt

Klar, auch dieser Weg ist nicht ganz leicht
Doch fehlt die Tiefe, du bist seicht
Jedem überlassen ist die Verwendung seiner Zeit
Doch trotzdem, du tust mir einfach leid

Der Idealist

Der Idealist

Neue Spinner braucht das Land
Ich biete mich da gerne an
Ich glaub noch an Vernunft, Verstand
Obwohl ich sie kaum sehen kann

Ich glaub trotz allem an das Gute
Und dass es mal Frieden gibt auf Erden
Humanismus als das Absolute
Der Mensch ist vielleicht noch im Werden

Ich glaube wirklich an die bessere Welt
Denn ich bin wie gesagt ein Spinner
Nicht ewig zählen wird Macht und Geld
Und der Gute wird Gewinner

In meinem Wahnsinn gehe ich soweit
Zu glauben, dass wir mal neue Stufen schaffen
Ein neues Bewusstsein der Menschheit
Endlich mehr Abstand zum Affen

Wer will auch ein Spinner sein?
Vielleicht wird es ja doch mal wahr
Ich denke, ich bin nicht ganz allein
Doch verrückt schon, soviel ist klar

Mensch und Markt

Mensch und Markt

Genormt, geformt, durch das System gezogen
Der Ausschuss wird halt ausgespuckt
Für die Wirtschaft werden wir erzogen
Was zählt ist nur das Endprodukt

Nichts gegen unsern freien Markt
Doch sollte noch der Mensch am Ende stehen
Es kommt noch zum sozialen Infarkt
Wenn wir das jetzt schon nicht mehr sehen

Klar, die meisten sind zufrieden
Denken sie zumindest – kennt man denn noch wahres Glück?
Der Wohlstand hilft, sich zu belügen
Der Wohlstandszombie wächst schon Stück um Stück

Die Ersten müssten die Letzten sein
Und die Letzten auch die Ersten
Noch zählt nur der schöne Schein
Wann wird er zerbersten?

Wann?

Wann?

Zum Schweigen verdammt sind die Weisen
Am tiefsten waren immer die Leisen
Macht für den, der Macht nicht will!
Sprache ist nichts, doch alles Gefühl

Wer sieht, will oft lieber blind sein
Wer Tiefes erfühlt, ist nicht selten allein
Das Offensichtliche ist in der Ferne
Auf dass das die Menschheit noch lerne

Gedanken sind frei – oder auch nicht
Siehst DU in dem Dunkel ein Licht?
Wer seinen Geist beherrscht, der ist mächtig
Wer es offenbart, gleich verdächtig

Trotz aller Wirren der Menschheit
Trotz allen Wahnsinns der Zeit
Ist Hoffnung niemals verkehrt
Wann ist der Weise mal wieder begehrt?

Held sein

Held sein

Wenn Blinde Blinde führen
Und Heiler selber siechen
Und alle vor dem lieben Geld
Nur noch am Boden kriechen

Dann ist was faul in dieser Welt
Obwohl wir’s akzeptieren
Gleichgültig, egoistisch
Schlimmer als bei den Tieren

Ab und zu hört man ne Klage
Und mancher tut auch was
Doch das ist viel zu wenig
Gegen den ganzen Hass

Wer denkt, allein kann er nichts ändern
Der ist mit schuld an der Misere
Denn denken alle so… –
Das ist doch keine hohe Lehre!

Darum, wenn du dich selber änderst
Dann änderst du die Welt
Von klein zu groß
Von eins zu allem
Und du bist ein Held!

Der Geheimbund oder: Die stille Revolution

Der Geheimbund oder: Die stille Revolution

Diese Welt ist kalt
Diese Welt ist krank
Ihre Krankheit, die ist alt
Lang her schon, dass der Mensch versank

Versank in Lügen, Heuchelei
In Hass, Missgunst und Neid
In Geldgier und in Streiterei
Er hat das Schlimmste in sich befreit

Wer gut ist und wer Werte vertritt
Der kommt nicht weit in diesem Leben
Lang her, dass jemand dafür stritt
Es braucht ein neues Beben!

Nicht halbherzig sich beschweren
Nein, sich selbst zu ändern ist das Ziel allein!
Wenn’s viele tun, dann können wir uns wehren
Jeder ist gefordert, ein Held kannst du auch sein!

Du musst dafür nicht im Rampenlicht stehen
Infiziere einfach deinen Nächsten, verändere so die Welt erstmal im Kleinen
Lass uns dieses Feuer verbreiten, den Mensch als Menschen wieder sehen
Und uns im Sinne der Menschlichkeit heimlich vereinen

Unversöhnlich

Unversöhnlich

Dies ist nicht deine Zeit zu blühen
Verkrüppelt haben sie die Seele dir
Dein freier guter Geist ‒ du kannst dich noch so sehr bemühen
Bist verwundet, ein gejagtes Tier

Nein, heute hast du keine Chance
Es herrscht die Oberflächlichkeit
Die leichte Kost, ein Volk in Trance
Was ist das für ne Zeit?

Denn die Substanz, denn wahre Werte
Und tiefere Vernunft im Herzen
Wer ist noch da, der das verehrte?
Für dich sind’s Höllenschmerzen

So finster wie das klingt, so ist es
Wer sieht das heute noch?
Das Volk frisst Scheiße und vergisst es
Gleichgültigkeit, dein Los, dein Joch

Gern würde ich versöhnlich schließen
Doch sieht die Wirklichkeit eben so aus
In all dem Dreck kann keine Blume sprießen
Sie reißen dir dein Herz heraus

Das letzte Schlaflied

Das letzte Schlaflied

Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein
In meine Welt tritt nun hinein
Es wird dir an nichts mangeln
Von Lüge zu Lüge
Wirst du dich hangeln

Du wirst wissen, was man wissen darf
Nur dein Gefühl wird stumpf, dein Verstand bleibt scharf
Du wirst so wie fast alle sein ‒
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Du wirst glauben, was du glauben sollst
Wenn du im Zuge mit der Masse rollst
Du wirst niemals sehr leiden
Wahre Herausforderung
Wirst du vermeiden

Du wirst Kinder haben und einen guten Beruf
Lauwarme Zufriedenheit und nen einwandfreien Ruf
Deine Seele wird schmutzig, doch dein Gewissen wird rein –
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Ja, mein Kind, folge mir auf den breiten Weg
Zu gefährlich ist der schmale Steg
Zähle das letzte Zauberschaf
Ich schicke dich in den traumlosen Schlaf
In eine Welt voller Schein –
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Spürst du es?

Spürst du es?

Du bist normal, du bist wie alle
Sitzt tief schon drin in dieser Falle
Du bist so stumpf, du bist so seicht
Du machst es dir stets viel zu leicht

Du ziehst durchs Leben ohne Sinn
Bist alles, was ich niemals bin
Du fühlst dich sicher in der Masse
Du stehst für alles, was ich hasse

In deiner Seele herrscht die Angst
Wenn du nach Oberflächlichem verlangst
Nach der Sicherheit des Schwachen
Und nie wirst du erwachen

In den Tiefen deines Herzens
In all der Tragik deines Scherzens
Schläft eine Sehnsucht, weint ein Kind
Spürst du, wie deine Zeit verrinnt?

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der schöne Schein

Der schöne Schein

Ohne Masken geht es nicht
Verbergen muss ich mein Gesicht
Mein nacktes Ich erträgst du nicht
Maskiert so stehen wir dicht an dicht
Klar, die Maske trübt die Sicht
Blass sind wir ohne Sonnenlicht

Wir spielen Rollen, spielen mit
Marschieren auch im gleichen Schritt
Durch uns’re Seelen geht ein Schnitt
Wir nennen das Kulturfortschritt
Und kommt mal einer aus dem Tritt
Merkt niemand, wie der litt

Gemeinsam sind wir hier allein
Es könnte alles anders sein
Doch wahren wir den schönen Schein
Fassade, Geld und Edelstein
Doch das Gewissen ist stets rein
Und jeder fügt sich ein

Wie kann man diesen Kreis durchbrechen?
Die Opfer dieses Spieles rächen?
Wer wagt es, Wahrheit auszusprechen?
Es braucht die Freien und die Frechen
Das Schauen unter die Oberflächen
Das Hier und Jetzt ist ein Verbrechen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“