Der Geheimbund oder: Die stille Revolution

Der Geheimbund oder: Die stille Revolution

Diese Welt ist kalt
Diese Welt ist krank
Ihre Krankheit, die ist alt
Lang her schon, dass der Mensch versank

Versank in Lügen, Heuchelei
In Hass, Missgunst und Neid
In Geldgier und in Streiterei
Er hat das Schlimmste in sich befreit

Wer gut ist und wer Werte vertritt
Der kommt nicht weit in diesem Leben
Lang her, dass jemand dafür stritt
Es braucht ein neues Beben!

Nicht halbherzig sich beschweren
Nein, sich selbst zu ändern ist das Ziel allein!
Wenn’s viele tun, dann können wir uns wehren
Jeder ist gefordert, ein Held kannst du auch sein!

Du musst dafür nicht im Rampenlicht stehen
Infiziere einfach deinen Nächsten, verändere so die Welt erstmal im Kleinen
Lass uns dieses Feuer verbreiten, den Mensch als Menschen wieder sehen
Und uns im Sinne der Menschlichkeit heimlich vereinen

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Unversöhnlich

Unversöhnlich

Dies ist nicht deine Zeit zu blühen
Verkrüppelt haben sie die Seele dir
Dein freier guter Geist ‒ du kannst dich noch so sehr bemühen
Bist verwundet, ein gejagtes Tier

Nein, heute hast du keine Chance
Es herrscht die Oberflächlichkeit
Die leichte Kost, ein Volk in Trance
Was ist das für ne Zeit?

Denn die Substanz, denn wahre Werte
Und tiefere Vernunft im Herzen
Wer ist noch da, der das verehrte?
Für dich sind’s Höllenschmerzen

So finster wie das klingt, so ist es
Wer sieht das heute noch?
Das Volk frisst Scheiße und vergisst es
Gleichgültigkeit, dein Los, dein Joch

Gern würde ich versöhnlich schließen
Doch sieht die Wirklichkeit eben so aus
In all dem Dreck kann keine Blume sprießen
Sie reißen dir dein Herz heraus

Das letzte Schlaflied

Das letzte Schlaflied

Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein
In meine Welt tritt nun hinein
Es wird dir an nichts mangeln
Von Lüge zu Lüge
Wirst du dich hangeln

Du wirst wissen, was man wissen darf
Nur dein Gefühl wird stumpf, dein Verstand bleibt scharf
Du wirst so wie fast alle sein ‒
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Du wirst glauben, was du glauben sollst
Wenn du im Zuge mit der Masse rollst
Du wirst niemals sehr leiden
Wahre Herausforderung
Wirst du vermeiden

Du wirst Kinder haben und einen guten Beruf
Lauwarme Zufriedenheit und nen einwandfreien Ruf
Deine Seele wird schmutzig, doch dein Gewissen wird rein –
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Ja, mein Kind, folge mir auf den breiten Weg
Zu gefährlich ist der schmale Steg
Zähle das letzte Zauberschaf
Ich schicke dich in den traumlosen Schlaf
In eine Welt voller Schein –
Schlafe, mein Kindlein, schlaf ein

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Spürst du es?

Spürst du es?

Du bist normal, du bist wie alle
Sitzt tief schon drin in dieser Falle
Du bist so stumpf, du bist so seicht
Du machst es dir stets viel zu leicht

Du ziehst durchs Leben ohne Sinn
Bist alles, was ich niemals bin
Du fühlst dich sicher in der Masse
Du stehst für alles, was ich hasse

In deiner Seele herrscht die Angst
Wenn du nach Oberflächlichem verlangst
Nach der Sicherheit des Schwachen
Und nie wirst du erwachen

In den Tiefen deines Herzens
In all der Tragik deines Scherzens
Schläft eine Sehnsucht, weint ein Kind
Spürst du, wie deine Zeit verrinnt?

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der schöne Schein

Der schöne Schein

Ohne Masken geht es nicht
Verbergen muss ich mein Gesicht
Mein nacktes Ich erträgst du nicht
Maskiert so stehen wir dicht an dicht
Klar, die Maske trübt die Sicht
Blass sind wir ohne Sonnenlicht

Wir spielen Rollen, spielen mit
Marschieren auch im gleichen Schritt
Durch uns’re Seelen geht ein Schnitt
Wir nennen das Kulturfortschritt
Und kommt mal einer aus dem Tritt
Merkt niemand, wie der litt

Gemeinsam sind wir hier allein
Es könnte alles anders sein
Doch wahren wir den schönen Schein
Fassade, Geld und Edelstein
Doch das Gewissen ist stets rein
Und jeder fügt sich ein

Wie kann man diesen Kreis durchbrechen?
Die Opfer dieses Spieles rächen?
Wer wagt es, Wahrheit auszusprechen?
Es braucht die Freien und die Frechen
Das Schauen unter die Oberflächen
Das Hier und Jetzt ist ein Verbrechen

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Menschliche Fragen

Menschliche Fragen

Ist es noch normal, was wir tun in dieser Welt?
Kriege, Terror und am Ende zählt doch nur das Geld?
Gehört es dazu, dass so viele leiden?
Wir die Erde, die Natur ausweiden?

Denkt am Ende doch jeder nur an sich?
Ist der Mensch wirklich so widerlich?
Ist der Nette wirklich auch der Dumme?
Und nur der Tod für umme?

Haben wir schon kollektiv den Verstand verloren?
Wird noch mal ein Erlöser geboren?
Bemerken wir den ganzen Schwachsinn um uns nicht?
Hat noch irgendwer ne klare Sicht?

Die Antwort ist, dass wir zu wenig fragen
Obwohl wir immer wieder uns beklagen
Keiner fängt mal bei sich selber an, etwas zu ändern
So bleibt’s wie’s war in allen Ländern

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Kreislauf der Dummheit

Kreislauf der Dummheit

Wärm den Schwachsinn und die Dummheit
Nur immer wieder auf
Dann bleiben sie bestehen für immer
So ist der Mensch, verlass dich drauf
Und es wird immer schlimmer

Nichts ist so hartnäckig wie Lügen
Wenn man sie von klein auf hört
Wenn man lernt, niemals zu rügen
Zu hinterfragen, sagen was uns stört

Was hilft uns die Demokratie
Wenn wir alle Schafe sind
Wer immer nur im Gleichklang schrie
Bleibt immer taub und blind

Wenn alle in die gleiche Richtung gehen
Ist die noch lang nicht richtig
Doch wer will schon dagegen stehen
Sie sind so viele, tun so wichtig

Durschau den Mensch, er flüchtet in die Allgemeinheit
Aus Angst am Schluss allein zu sein
Verliert er das Gefühl für Sinn und Wahrheit
So siegte bisher meist der Schein

Bleibt nur zu hoffen, dass die Angst nicht ewig siegt
Dass wir den Mut finden, mal wieder nachzudenken
Da es am Ende jedem Einzelnen obliegt
Die Welt in bessere Bahnen zu lenken

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Der große Stillstand

Der große Stillstand

Stünde die Welt mal still
Nur einen einzigen Tag
Weil sie so schnell nicht mehr will
Vieles würde klar mit einem Schlag

Wir haben gar keine Zeit mehr, uns zu hinterfragen
Alles läuft so schnell, wir müssen funktionieren
Im Takt bleiben, Terminen nachjagen
Wo der Sinn liegt, kann keiner mehr kapieren

Wenn wir alle mal ne Pause machten
Vielleicht würden wir wieder erkennen
Was wahre Werte uns mal brachten
Und würden aufhören, ohne Ziel zu rennen

Vielleicht würden wir uns wieder sehen als Menschen
Mit wahrer Menschlichkeit
Ein Traum, ohne Mauern, ohne Grenzen
Ich wünschte mir, es wär soweit

Vielleicht braucht’s erst Zusammenbruch, Ruin
Vielleicht braucht’s erst den großen Knall
Es deutet alles darauf hin
Ewig so weiter geht’s auf keinen Fall

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Du machtest deine Fehler, du hattest falsch gesetzt
Warst auch mal ein Arschloch, dein Herz hätt’s fast zerfetzt
Du hast zurück gefunden, das Schwierige geschafft
Lerntest aus den Fehlern und mit Leidenschaft

So weit, so gut, doch du bist nicht allein
Ihr Denken ist eng und du für sie noch ein Schwein
Oder auch nur ein Idiot
So sind sie blind für deinen Wandel
Dabei ist Wandel natürlich und Starrheit der Tod

Du bist ein neuer Mensch, doch erntest du nur Ablehnung
Man lässt dir keine Chance, du kannst machen was du willst
Selbst gefangen, verbieten sie dir Ausdehnung
Und es kommen Träume, in denen du sie killst

Und so, durch Unsicherheit und Wut
Machst du den ersten Fehler, hast zum ersten Mal versagt
Sie stürzen sich drauf und es tut ihnen gut:
„Wir haben’s ja immer gesagt…“

Du bist nicht, was du bist, sondern zu was sie dich machen
Du hast mehr geschafft als sie je werden, aber hörst du, wie sie über dich lachen?
Irgendwann stehen sie vor dem Knast, der Klapse oder deinem Grab
Und sagen: „Wir haben’s ja immer gesagt…“

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“

Geld oder Werte?

Geld oder Werte?

Dazugehören wollen sie alle
„Mein Haus, mein Auto, mein Geld“
Die Schönen und die Reichen
Wer’s hat, der ist der Held

Geschlossene Gesellschaft
Wer Makel hat, bleibt außen vor
Darwin in den Nobelclubs
Die Schwachen vor verschloss’nem Tor

Doch schaut man mal ein bisschen tiefer
Was haben diese Menschen schon?
Charakter, Tiefe, Werte, Glück?
Selten haben sie sehr viel davon

Die Gier nach Geld und oberflächlichem Erfolg
Vertrübt die Sicht auf das was zählt
Drum überleg’s dir gut! Geld oder Werte?
Hast du schon einen Weg gewählt?

Und bist du einer von den „Aussortierten“:
Du bist bestimmt nicht weniger wert!
Und nur am Rand herrscht Freiheit
Von manchem Reichen heimlich begehrt

Aus dem Gedichtband „Der schöne Schein“