Ein Traum

Das Schreiben ist mein Ventil –
Ein paar hab ich vielleicht schon berührt
Doch was mich wirklich inspiriert
Was ich eigentlich sagen will
Ist zu ungeheuerlich
Es auszusprechen auch nicht möglich
Und doch bin ich nicht still

Es wollten schon viele
Ich meine keine Revolution
Keine Ideologie
Nur ein leiser Zwischenton
Der alles ist

Der Verstand ist wichtig, doch nicht alles
Ein Stück weit muss man ihn verlieren
Um vor lauter Mensch den Menschen zu erkennen
Und ihn zum Optimalen zu führen

Das Hier und Jetzt kann es nicht sein
Das kann nicht die Bestimmung sein
Das ist ein Schatten, dunkle Zeit
Die helle ist vielleicht noch weit

Der Mensch muss sich in Frage stellen
Der Mensch muss andere Fragen stellen
Der Mensch muss Ketten sprengen
Deren Existenz er noch nicht kennt
Bevor er sich so sehr verrennt
Und immer bleibt im Engen

Ich folge weiter einer Ahnung
Einem diffusen Traum
Der stärker ist als alles andere
Noch hat er hier keinen Raum
Eben ein Traum

Nonkonform (Keiner von euch, Teil 2)

Liebt mich oder hasst mich
Es ist mir so egal
Mich anzupassen, einzufügen
Sah ich schon früh als Qual

Nach Wahrheit, nicht nach Anerkennung
Suche ich und strebe
Doch Wahrheit ist für jeden anders
Nonkonform ich also lebe

Ich fühle mich auch frei
Und geh auf meinen Wegen
Zum Glück war ich da konsequent
So ist’s kein Fluch, sondern ein Segen

Lasst mich nur in Ruhe
Auch einsam bin ich nicht
Gleichgesinnte gibt’s genug
Und Anpassung ist keine Pflicht

Alles in dir

Das Universum an sich ist schon Faszination
Der Mensch ist ein Wunder, Lust am Leben sein Lohn
Tatsächlich denke ich, geht es um diese Lust
Doch ohne Verantwortung und Liebe erntet man Frust

So ist das Moralische nicht alles Müll
Doch man muss es auch leben, sonst bringt es nicht viel
Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein
Keines von beiden macht glücklich allein

Wer als Löwe geboren ist, soll nicht Adler sein wollen
Nur innerhalb deines Ichs schöpfst du aus dem Vollen
Erlerne dich selbst und schau nicht auf jenen und diesen
Es ist alles in dir – und aus Zwergen werden Riesen

Selbsterkenntnis

Ich sah schon früh, was falsch ist hier
Doch spät erst das, was richtig
Ich suchte viel im Jetzt und Hier
Doch kannte mich nur flüchtig

Doch erst als ich den Blick in mich
Und meine Seele wandte:
Im Herz spürte ich einen Stich
Als ich mich selbst erkannte

Wenn du Ekenntnis suchst, dann wage dies
Und sieh auch die Abgründe
Das ist der Weg ins Paradies
Durch tiefste Höllenschlünde

Innere Freiheit, eine klare Sicht
Sie sind der Lohn der Selbsterkenntnis
Ein leichter Weg ist dieser nicht
Doch löst er die Seele von aller Bedrängnis

Ich fühl mich nun in mir zuhaus
Und halt es für den einzig wahren Weg
Doch such es dir ruhig selber aus
Es ist ein schmaler Steg

Freiheit des Ich

Wie ich’s dreh und wende
Dies ist noch nicht das Ende
Auch wenn die Wunden brennen
Ich lern mich erst so richtig kennen

Jeden Fehler den ich machte
Musste ich so machen
Über vielen Schwachsinn, den ich dachte
Kann ich heute herzlich lachen

Den eigenen Stil, das Wunder des Ich
Ein langer Weg, bis man sich findet
Und nicht nur als Kopie und blässlich
Sich an falsche Götzen bindet

Als freier Mensch ist man am Steuer
Verantwortlich, des Glückes Schmied
Der Käfig um dich rum ist offen
Nicht jeder, der das sieht – und endlich flieht

Mensch

Mensch

Das Leben – die Suche
Ein Segen im Fluche
Fallen und Oasen
Wir schleichen und wir rasen

Glücksjäger und Vermögenssparer
Angepasste, Geisterfahrer
Wir sehen nur den Schatten des Ganzen
Wir weinen und lachen und tanzen

Krone der Schöpfung, Laune der Natur
Wohin geht die Reise nur?
Mensch – wie er nimmt und gibt
Götter schafft, doch sich selbst nur liebt

Mensch – was soll ich von dir halten?
Bist Licht und Schatten, im Jungen wie im Alten
Bestimmst über Leben und Tod
Schöpfer des Glücks und der Not

Noch ist der Ausgang offen
Noch kann man für den Menschen hoffen
Zu lernen haben wir noch viel
Auf dieser Suche, in diesem großen Spiel

Tiefer als du denkst

Tiefer als du denkst

Die Krankheit des Menschen sitzt tief
Tiefer als du denkst
Wir kratzen nur an der Oberfläche
Etwas hat sich eingefressen längst

Wir haben die eine Sprache verlernt
Die nur wortlos Sinn ergibt
Gib deine Augen und du wirst sehen
Hör auf, in Worten zu denken
Dann kannst du verstehen

Wir sehen sie nicht mehr, diese Tiefe
Und sehen nicht unsere Krankheit
Kommt der Mensch zu sich zurück?
Oder ist er bald Vergangenheit?

Die Symptome – Gewalt, Intoleranz und Verblendung
Können wir besiegen
Doch nur dann
Wenn wir diesen kranken Kern bekriegen

Ich lebe noch!

Ich lebe noch!

Dass mein Feuer noch lodert
Oft gegen stürmischen Wind
Eine glückliche Fügung
Plus Wissen – wie man gewinnt

So viele Fallen im Leben
So viele Idioten auf dem Weg
Dieser ist oft
Ein sehr schmaler Steg

Ich habe genommen
Und will auch was geben
Ich tu was ich kann
Verdammt, ich bin noch am Leben!

Jeder sollte danach streben
Dieses Feuer zu bewahren
Lieber in Flammen
Mit Haut und mit Haaren
Als erloschen und erkaltend
Am Leben und doch nicht
Sein Dasein nur verwaltend
Ein Schatten ohne Licht

Ja, ich bin noch am Leben
Es zu bleiben ist ein Krieg
Er wird niemals enden
Alternativlos der Sieg

Melancholie

Melancholie

Früher – so helle Bilder und Magie
Vorbei – Vergänglichkeit in allem Sein
Zeit steht eben nie
Ein Leben, ein Hauch – Der Mensch so klein

Und doch ist in uns Ewigkeit
Im Anfang wie im Ende
Es hat nur alles seine Zeit
Das Leben und des Todes kalte Hände

Ein süßer Schmerz – Melancholie
Das große Akzeptieren und Verstehen
Das ist auch Glück, vergiss das nie
Als Teil des Ganzen sich zu sehen

Als Teil des Kreises, der Vergänglichkeit
Ein Grund mehr, den Tag zu leben
Und in der gegebenen Zeit
Nach dem Glück zu streben

Keiner von euch

Keiner von euch

Eure Welt ist fern von mir
Ich kann zwar in ihr leben
Doch werd ich nie so sein wie ihr
Und auch nicht danach streben

Nicht, dass ich euch hasse
Nicht, dass ich damit hadern würde
Solang man mich nur leben lasse –
Für mich ist’s keine Hürde

Dennoch – Eure Unterhaltung, euer Pop
Eure Trends und Herdentriebe –
Was ist Top und was ist Flop?
Klischees und Oberflächlichkeit
Sind nicht, was ich so liebe

Ein bisschen mehr Tiefe, ein bisschen mehr Hirn
Ein bisschen mehr Liebe auf unserm Gestirn –
Bleiben wohl erstmal Illusionen
Oder hat noch irgendwer Visionen?

Der Sinn ist nicht nur Brot und Spiele
Doch Tieferes liegt gerade nicht im Trend
Macht was ihr wollt, bin einer und ihr viele
Doch denkt dran, Zeit ist kostbar und sie rennt