Ein Leben

Wer nicht an Wunder glaubt
Der wird auch keins erleben
Wann hat das Leben dir die Fantasie geraubt?
So wird’s dir nicht viel geben

Der Schlaf, aus dem du nicht erwachst
Er kam schon ziemlich früh
Das Leben ist, was du draus machst
Doch was hilft all die Müh‘?

Du hast schon alles und doch nichts
Und fühlst dich sehr zufrieden
Im Schatten deines eig’nen Lichts
Hast du verlernt zu fliegen

Wo ist im Leben wirklich Sinn?
Am Ende, lang nach deinem Tod
Als alter Mensch, scheidest dahin
Und kanntest weder Glück noch Not

Der Prophet (frei nach Nietzsche)

Der Prophet wird nicht verstanden
Seine Sprache kam dem Volk abhanden
Er hat den Schlüssel, doch sie kennen nicht einmal die Tür
– der Prophet kann nichts dafür

Er trägt die Last der Welt
Ganz sicher NICHT auf seinem Rücken
Er kennt den Sinn, sie kennen Geld
Welten, die nie zusammenrücken

Der Adler ist frei, die Schlange ist klug
Wer den Erlöser blutig schlug –
Ist er Opfer oder Täter?
Oder der Erlöser ein Verräter?

Prometheus, Eva, Judas, Christus –
Das Schicksal, es steht fest und ist doch offen
Der Mensch muss sich noch überwinden
Er ist frei und er darf hoffen
Muss nur erst suchen, um zu finden

Seiltänzer können abstürzen
Gewitter fangen mit dem ersten Tropfen an
Und Fades muss man würzen
Der neue Tag kommt – irgendwann

(Inspiriert von Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ – nicht nur der Protagonist wird dort missverstanden, sondern meiner Meinung nach auch Werk und Autor…)

Welten

Der kleine Geist
Der Regeln und Befehle braucht
Angst hat vor Freiheit, Chaos, Anders-Sein
Der nie die Seele hat bereist
Nie in sein Selbst tief eingetaucht –
Er kennt nichts andr’es als nur Schein

Ist es gut, ist es schlecht?
Was ist mutig, wer hat recht?
Diversität ist das, was zählt
Egal, welchen Weg man schließlich wählt

Ich will nicht urteilen über die
Die sich in einer and’ren Welt bewegen –
Nur lasst die Welten parallel bestehen!
Vielleicht berühren Sie sich doch irgendwie
Dialog statt Hass und Neid ist Segen
Und hilft, einander zu verstehen

Ich glaube…

Nichts ist für immer
Was es heute braucht, um etabliert zu sein
Kann dich morgen daran hindern
Und umgekehrt

Deshalb verlasse ich mich auf das Unveränderliche
Tierisch-menschliche in mir

Zeiten, Gesellschaften, Ideologien
Hatten nie Bestand
Waren nie optimal
Werden es nie sein

Je näher wir dem Kern kommen, dem Unveränderlichen, unserer Natur
Desto besser wird die Welt, auch wenn es vielleicht paradox klingt
Nicht die künstlich konstruierte Moral, sondern die Nähe zum Ursprung macht uns menschlicher

Meine Überzeugung:
Für morgen im Vergleich zu heute gilt:
Die Letzten werden die Ersten sein
Und die Ersten die Letzten

Wenn… ja, wenn wir zurück zu uns finden
Zurück zum Menschen
Ich glaube, wenigen ist die Dimension dieser Idee klar, auch wenn sie nicht neu ist…

Wir sollten wieder mehr fühlen, das haben wir verlernt vor lauter Denken
Bei allem Fortschritt ist dieser auch ein Rückschritt
Der Weg nach vorne führt zurück

Wir können alles haben – Wissenschaft, Fortschritt und Einklang mit der und unserer Natur
Ich bin sicher, dass das geht, jedoch nicht, ob wir es je schaffen
Ich glaube aber an uns

Warum ich schreibe

Der Enge im Geist
Er leidet meist nicht
Wer Tiefe hat
Zu oft zerbricht

So lange das so ist
Ist diese Welt nicht richtig
So kann ich nicht zufrieden sein
Rebellion ist deshalb wichtig

Deshalb schreibe ich
Gegen das roboterhafte Funktionieren
Gegen Stumpfsinn, Oberflächlichkeit
Dagegen, dass Wahrhaftige
Viel zu oft verlieren

Die Falschen sind oben
Und die Falschen sind unten
Meine subjektive Wahrheit
Ich habe sie gefunden

Vielleicht kann ich dir helfen
Die deinige zu finden
Und dich an diese Rebellion
Auch mit zu binden

Doch egal, ich schreibe, weil ich schreiben muss
Was man auch davon halten mag
So heil ich mich und stör‘ ein bisschen
Und das ganz sicher bis zum letzten Tag

Hauptstrom

Ein kurzlebiger Konsens der Masse
Trends, die machen Kasse
Wer tritt sie los? Wer springt als Erster auf?
Oberflächlichkeiten im Schnelldurchlauf

Füllen viele leere Leben
Trend-Junkies, die Influencern an den Lippen kleben
So lässt sich viel verdrängen – die Ängste in der Seele
So warten sie auf neue Befehle:
Was ist „hot“, was ist’s „not“?
Was sagt man so, was trägt man?
Und was darf ich so denken?
So lassen sie sich lenken

Die pure Existenz, ohne diesen ganzen Mist
Das, was du letztlich wirklich bist
Es kann einschüchternd sein und irritierend
So ohne Herde, niemand führend

Letztendlich musst du dich entscheiden:
Freiheit oder dieses Opium
Für erstere musst du sehr viel leiden
Das zweite aber bringt die Seele langsam um
Die Wahl ist großes Glück am Schluss des Dornenwegs
Oder das seichte Glück ein Leben lang
Du musst es wissen – denn niemand hier hat Zwang

Ihr Massenmenschen, ich versteh euch auch mehr, als ihr denkt
Es kommt drauf an, wohin das Schicksal dich so lenkt
Für mich stellt sich die Frage nicht mehr
Zur Freiheit bin ich eh verdammt – Mein Segen und mein Fluch
Zu weit geschrieben schon das Lebensbuch…

Zeit

Mein Blick zurück
Ist fast schon surreal
Wie aus einem and’ren Leben

Evolution eines Geistes
Zu dieser bereit
Mit einem starken Streben

Zeit, was ist Zeit?
So relativ gibt sie und nimmt
Freiheit ist, aus ihr etwas zu machen

Wenn ich dran denke, wie ich war
Was ich so dachte, glaubte
Ich könnte höhnisch lachen

Ein Weg, der DEINEN Namen trägt –
Das ist der Sinn des Lebens!
Die Zeit lässt dich gestalten – geh deinen Weg als Ziel

Und lass dich nicht beirren –
Wenn auch das Schicksal nicht nur Gutes bringt
Wer strebt und sich entwickeln will – dem schenkt die Zeit am Ende viel

Demut

Menschen kann ich höchstens respektieren
Sofern sie es verdienen
Menschen, die sich über andere stellen
Haben keinen Respekt verdient
Menschen, die nach unten treten
Gehören genau dort hin

Demut aber, das empfinde ich
Und ausschließlich
Angesichts des großen Ganzen
Dessen Teil wir nun mal sind
Daraus wiederum
Leite ich meine humanistischen Werte ab

Respekt vor dem Verantwortungsvollen
Demut gegenüber allem in diesem Universum
Dem Greifbaren
Und dem, was wir nicht verstehen
Wir sind Teil eines riesigen Wunders
Und dessen sollten wir uns bewusst sein

Abseits-Suche

In dieser wirklich komplizierten Welt
Ist es nicht leicht, zu sich zu finden
Von all den bunten Lichteffekten
Nicht völlig zu erblinden

Wer sich verloren fühlt, dem rate ich:
Such nicht im Etablierten
Die Wahrheit liegt nicht unbedingt
Nur im gemeinhin Akzeptierten

Jeder mögliche Gedanke
Wurde wohl schon mal gedacht
Es ist ein Puzzle und ein Labyrinth
Eine Reise durch die Nacht
Wer SEINE Wahrheit wirklich sucht
Der findet sie und der gewinnt

Ich nenne es den Weg des Kriegers
Den abseitigen Weg
Den mit den Dornen und den Schmerzen
Den schmalen, nicht den breiten Steg

Es klingt klischeehaft, doch so ist es
Und wird sich auch nie ändern
Da jeder seine Wahrheit hat
Sucht man alleine an den Rändern*

Er endet nie, doch er wird leichter
Das Leben sehend zu begehen
Ist besser als bis an das Ende
Sich selbst immer im Weg zu stehen

*Mainstream ist immer ein temporärer Konsens der Masse. Zur Selbstfindung des Individuums taugt er deshalb nicht. Das Grundwesen des Menschen ist zeitlos. Gesellschaften sind es eben gerade nicht. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns, wenn wir unsere eigene Wahrheit suchen.

Sapiens?

Der Mensch bestimmt den Brauch, später bestimmt dann der Brauch den Menschen und versklavt ihn.
Alles ist dynamisch. Wir sollten uns und unser Tun ständig hinterfragen und reflektieren. Tun wir aber kaum. Und wenn, dann nicht radikal und ehrlich genug. Wir belügen uns. Das Individuum tut das und die Gesellschaft tut das. Wir haben uns festgefahren. Es könnte alles ganz anders sein…

Zu jeder Zeit dachte der Mensch, er wüsste alles und sei fertig. So ist es heute auch. Wir schauen zurück auf die unaufgeklärten, abergläubischen Menschen von früher und halten uns für besser. Ja, der Mensch hat sein Wissen sehr gesteigert, aber dafür macht er in anderen Bereichen Rückschritte. Z.B. Instinkt und Naturverbundenheit, Spiritualität und Intuition, wahre Solidarität in der Gruppe. Das Letztere können die Affen besser als wir. Ich sehe den Menschen noch immer in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Vor allem auf den gerade genannten, so wichtigen, Gebieten. Wir müssen noch sehr viel lernen und verstehen, um eine hellere, bessere und gerechtere Welt zu erreichen. Es wird spannend zu sehen sein, ob wir das vor unserer Selbstauslöschung schaffen.

Alte Rebellen

Wenn du dich nicht täglich selbst erneuerst, alter Kämpfer
Egal, was du beteuerst, alter Kämpfer
Wirst du zu dem, was du bekämpft hast, immer
Wahrscheinlich sogar noch schlimmer

Sich immer neu zu hinterfragen
Egal, was all die And’ren sagen
Und alles dann zu reflektieren
Das öffnet deinem Kampf die Türen

Nicht immer wird man mit dem Alter besser
Nicht immer bleibt es scharf, das Messer
Mancher kopiert nur noch sein früheres Ich
Und stirbt so täglich innerlich

Bleib standhaft, doch nicht starr
Bleib flexibel, aber wahr

Lass Neues zu, sei nie vollendet
Denn das beendet auch den Kampf
Sei klar im Blick und nicht verblendet
Und dann kämpf mit vollem Dampf

Corona (Wann, wenn nicht jetzt?)

Wer hätte es gedacht
Ein Virus verändert die Welt
Zeigt uns’re Verwundbarkeit
Der Mensch – kein Superheld

Vielleicht ist es ’ne Chance
Vielleicht denkt mancher um
Die Welt so wie sie war
Da ist’s nicht schade drum

Globaler Turbokapitalismus
Abhängigkeit von unmenschlichen Regimen
Geheiligt Geld und Karriere
Das Recht des Stärkeren – das waren die Maximen

Wir können ja auch solidarisch
Zumindest manche, wie sich zeigt
Das ist der Mensch, an den ich glaube
Ich hoffe, dass er’s nicht vergeigt

Denn unsre Welt, sie ist im Wandel
Wir haben es nun in der Hand
Jeder hat das – jeder trägt bei
Vielleicht sieht Menschlichkeit dann neues Land

Ein langer Weg wird es – so oder so
Wir sind noch weit davon entfernt
Im Einklang mit allem zu leben
Wir haben es so sehr verlernt

Wann, wenn nicht jetzt
Denken wir nach?
Wann, wenn nicht jetzt
Werden wir wach?

Menschenpflicht

Die Macher denken zu wenig
Die Denker machen zu wenig
Ein Grunddilemma uns’rer Zeit
Ob uns der „Erfühler“ mal befreit?

Fachidiotie und Machtgeilheit
Sie führen und wir folgen
Wölfe, Schafe, Menschenbeute
Das ist das Hier und Heute

Vielleicht war es nie anders
Ich glaube aber, es kann anders gehen
Die Welt kann ich zwar auch nicht ändern
Doch muss das Kollektiv verstehen:
Wenn jeder das versuchen würde
Dann würde es auch klappen
Angst und Bequemlichkeit sind eine Hürde
Verantwortung aber auch Menschenpflicht
Entzieht euch dieser bitte nicht

Hinter dem Spiegel

Sie schauen sich täglich ins Gesicht
Doch sie sehen sich nicht
Verstehen nicht
Vor der eigenen Fassade stehend
Eine Mauer aus Angst vor sich selbst
Nur in der Herde vorwärts gehend
Robotisch du dich dazu gesellst

Hinter dem Spiegel die Fremde
Hinter dem Spiegel ein Nichts?
Hinter dem Spiegel die Wahrheit
Jenseits des sicheren Lichts

Warum die Angst, sich selbst zu entdecken?
Ja, es wird dich erst zu Tode erschrecken
Doch da ist auch sehr viel Schönes
Und du bist frei und klar im Geist
Wenn du hinter dem Spiegel
Dein Selbst jetzt befreist

Erlerne dich, begreife dich
Jenseits von Raum und Zeit
Als das, was du nun einmal bist
Du und nur du – einfach befreit