Der verkopfte Mensch

Alles Logik und Verstand
Werte und Moral
Von klein auf alles aufgesogen
Wo war da auch die Wahl?

Immer mit dem Kopf entschieden
Und du bist ja auch nicht dumm
Warum bist du nur unzufrieden?
Was spukt da in der Seele rum?

Vielleicht schaffst du’s, es zu ignorieren
Klein zu halten wie bisher
Ja, so kommt man auch durchs Leben
In dieser Welt stört das nicht sehr

Nur was, frag ich nun, ist wohl stärker?
Das, was uns trennt von der Natur?
Oder was uns als deren Teil mit ihr verbindet?
Verkopfter Mensch, du bist erblindet
Verkopfter Mensch, wann merkst du’s nur?

Man weiß wohl recht genau, wovon ich rede
Doch auch dieses sind nur Worte, graue Theorie
Um zu umschreiben, was sich nicht sagen oder denken lässt
Und mir doch so viel Kraft verlieh…

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In Bewegung

Es muss immer weitergehen
Der Stillstand ist der Feind des Geistes
Wenn das Herz nicht brennt, vereist es
Ich will immer Neues sehen
Das Dasein, soweit es geht, verstehen

Immer in Bewegung bleiben
Das Leben ganz mir einverleiben
Einfach Leidenschaft für’s Sein
Keine Kompromisse, nein

Ich will leben, wirklich leben
Könnte mir sonst nicht vergeben
Will was in der Seele spüren
Das Herz muss mit Elan mich führen

Viele Wege führ’n dorthin
Hauptsache, du siehst den Sinn
Und alles bleibt im Fluss
Vom Anfang bis zum Schluss

Ein Traum

Das Schreiben ist mein Ventil –
Ein paar hab ich vielleicht schon berührt
Doch was mich wirklich inspiriert
Was ich eigentlich sagen will
Ist zu ungeheuerlich
Es auszusprechen auch nicht möglich
Und doch bin ich nicht still

Es wollten schon viele
Ich meine keine Revolution
Keine Ideologie
Nur ein leiser Zwischenton
Der alles ist

Der Verstand ist wichtig, doch nicht alles
Ein Stück weit muss man ihn verlieren
Um vor lauter Mensch den Menschen zu erkennen
Und ihn zum Optimalen zu führen

Das Hier und Jetzt kann es nicht sein
Das kann nicht die Bestimmung sein
Das ist ein Schatten, dunkle Zeit
Die helle ist vielleicht noch weit

Der Mensch muss sich in Frage stellen
Der Mensch muss andere Fragen stellen
Der Mensch muss Ketten sprengen
Deren Existenz er noch nicht kennt
Bevor er sich so sehr verrennt
Und immer bleibt im Engen

Ich folge weiter einer Ahnung
Einem diffusen Traum
Der stärker ist als alles andere
Noch hat er hier keinen Raum
Eben ein Traum

Nonkonform (Keiner von euch, Teil 2)

Liebt mich oder hasst mich
Es ist mir so egal
Mich anzupassen, einzufügen
Sah ich schon früh als Qual

Nach Wahrheit, nicht nach Anerkennung
Suche ich und strebe
Doch Wahrheit ist für jeden anders
Nonkonform ich also lebe

Ich fühle mich auch frei
Und geh auf meinen Wegen
Zum Glück war ich da konsequent
So ist’s kein Fluch, sondern ein Segen

Lasst mich nur in Ruhe
Auch einsam bin ich nicht
Gleichgesinnte gibt’s genug
Und Anpassung ist keine Pflicht

Alles in dir

Das Universum an sich ist schon Faszination
Der Mensch ist ein Wunder, Lust am Leben sein Lohn
Tatsächlich denke ich, geht es um diese Lust
Doch ohne Verantwortung und Liebe erntet man Frust

So ist das Moralische nicht alles Müll
Doch man muss es auch leben, sonst bringt es nicht viel
Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein
Keines von beiden macht glücklich allein

Wer als Löwe geboren ist, soll nicht Adler sein wollen
Nur innerhalb deines Ichs schöpfst du aus dem Vollen
Erlerne dich selbst und schau nicht auf jenen und diesen
Es ist alles in dir – und aus Zwergen werden Riesen

Selbsterkenntnis

Ich sah schon früh, was falsch ist hier
Doch spät erst das, was richtig
Ich suchte viel im Jetzt und Hier
Doch kannte mich nur flüchtig

Doch erst als ich den Blick in mich
Und meine Seele wandte:
Im Herz spürte ich einen Stich
Als ich mich selbst erkannte

Wenn du Ekenntnis suchst, dann wage dies
Und sieh auch die Abgründe
Das ist der Weg ins Paradies
Durch tiefste Höllenschlünde

Innere Freiheit, eine klare Sicht
Sie sind der Lohn der Selbsterkenntnis
Ein leichter Weg ist dieser nicht
Doch löst er die Seele von aller Bedrängnis

Ich fühl mich nun in mir zuhaus
Und halt es für den einzig wahren Weg
Doch such es dir ruhig selber aus
Es ist ein schmaler Steg

Freiheit des Ich

Wie ich’s dreh und wende
Dies ist noch nicht das Ende
Auch wenn die Wunden brennen
Ich lern mich erst so richtig kennen

Jeden Fehler den ich machte
Musste ich so machen
Über vielen Schwachsinn, den ich dachte
Kann ich heute herzlich lachen

Den eigenen Stil, das Wunder des Ich
Ein langer Weg, bis man sich findet
Und nicht nur als Kopie und blässlich
Sich an falsche Götzen bindet

Als freier Mensch ist man am Steuer
Verantwortlich, des Glückes Schmied
Der Käfig um dich rum ist offen
Nicht jeder, der das sieht – und endlich flieht