Dressierte Menschen

Schau, wie alle funktionieren
Darauf zielt doch alles ab
Ein „normales“ Leben führen
Von der Wiege bis zum Grab

Brav, gib Pfote –
Schreib ’ne gute Note
Später dann mach Karriere
Sammle Geld und Ruhm und Ehre

Alles ist reglementiert
Folge Trends und Traditionen
Alles etwas limitiert
Doch seichtes Glück wird dich belohnen

Und hüte dich vor Ungezähmten
Vor dem Ausschuss, den Chaoten
Denn all diese Unverschämten
Sind des Unterganges Boten

Konservieren wir, was war
Legen freien Geist auf Eis
Progression ist auch Gefahr
Bleiben lieber auf dem Gleis

Ich glaube…

Nichts ist für immer
Was es heute braucht, um etabliert zu sein
Kann dich morgen daran hindern
Und umgekehrt

Deshalb verlasse ich mich auf das Unveränderliche
Tierisch-menschliche in mir

Zeiten, Gesellschaften, Ideologien
Hatten nie Bestand
Waren nie optimal
Werden es nie sein

Je näher wir dem Kern kommen, dem Unveränderlichen, unserer Natur
Desto besser wird die Welt, auch wenn es vielleicht paradox klingt
Nicht die künstlich konstruierte Moral, sondern die Nähe zum Ursprung macht uns menschlicher

Meine Überzeugung:
Für morgen im Vergleich zu heute gilt:
Die Letzten werden die Ersten sein
Und die Ersten die Letzten

Wenn… ja, wenn wir zurück zu uns finden
Zurück zum Menschen
Ich glaube, wenigen ist die Dimension dieser Idee klar, auch wenn sie nicht neu ist…

Wir sollten wieder mehr fühlen, das haben wir verlernt vor lauter Denken
Bei allem Fortschritt ist dieser auch ein Rückschritt
Der Weg nach vorne führt zurück

Wir können alles haben – Wissenschaft, Fortschritt und Einklang mit der und unserer Natur
Ich bin sicher, dass das geht, jedoch nicht, ob wir es je schaffen
Ich glaube aber an uns

Warum ich schreibe

Der Enge im Geist
Er leidet meist nicht
Wer Tiefe hat
Zu oft zerbricht

So lange das so ist
Ist diese Welt nicht richtig
So kann ich nicht zufrieden sein
Rebellion ist deshalb wichtig

Deshalb schreibe ich
Gegen das roboterhafte Funktionieren
Gegen Stumpfsinn, Oberflächlichkeit
Dagegen, dass Wahrhaftige
Viel zu oft verlieren

Die Falschen sind oben
Und die Falschen sind unten
Meine subjektive Wahrheit
Ich habe sie gefunden

Vielleicht kann ich dir helfen
Die deinige zu finden
Und dich an diese Rebellion
Auch mit zu binden

Doch egal, ich schreibe, weil ich schreiben muss
Was man auch davon halten mag
So heil ich mich und stör‘ ein bisschen
Und das ganz sicher bis zum letzten Tag

Hauptstrom

Ein kurzlebiger Konsens der Masse
Trends, die machen Kasse
Wer tritt sie los? Wer springt als Erster auf?
Oberflächlichkeiten im Schnelldurchlauf

Füllen viele leere Leben
Trend-Junkies, die Influencern an den Lippen kleben
So lässt sich viel verdrängen – die Ängste in der Seele
So warten sie auf neue Befehle:
Was ist „hot“, was ist’s „not“?
Was sagt man so, was trägt man?
Und was darf ich so denken?
So lassen sie sich lenken

Die pure Existenz, ohne diesen ganzen Mist
Das, was du letztlich wirklich bist
Es kann einschüchternd sein und irritierend
So ohne Herde, niemand führend

Letztendlich musst du dich entscheiden:
Freiheit oder dieses Opium
Für erstere musst du sehr viel leiden
Das zweite aber bringt die Seele langsam um
Die Wahl ist großes Glück am Schluss des Dornenwegs
Oder das seichte Glück ein Leben lang
Du musst es wissen – denn niemand hier hat Zwang

Ihr Massenmenschen, ich versteh euch auch mehr, als ihr denkt
Es kommt drauf an, wohin das Schicksal dich so lenkt
Für mich stellt sich die Frage nicht mehr
Zur Freiheit bin ich eh verdammt – Mein Segen und mein Fluch
Zu weit geschrieben schon das Lebensbuch…

Sapiens?

Der Mensch bestimmt den Brauch, später bestimmt dann der Brauch den Menschen und versklavt ihn.
Alles ist dynamisch. Wir sollten uns und unser Tun ständig hinterfragen und reflektieren. Tun wir aber kaum. Und wenn, dann nicht radikal und ehrlich genug. Wir belügen uns. Das Individuum tut das und die Gesellschaft tut das. Wir haben uns festgefahren. Es könnte alles ganz anders sein…

Zu jeder Zeit dachte der Mensch, er wüsste alles und sei fertig. So ist es heute auch. Wir schauen zurück auf die unaufgeklärten, abergläubischen Menschen von früher und halten uns für besser. Ja, der Mensch hat sein Wissen sehr gesteigert, aber dafür macht er in anderen Bereichen Rückschritte. Z.B. Instinkt und Naturverbundenheit, Spiritualität und Intuition, wahre Solidarität in der Gruppe. Das Letztere können die Affen besser als wir. Ich sehe den Menschen noch immer in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Vor allem auf den gerade genannten, so wichtigen, Gebieten. Wir müssen noch sehr viel lernen und verstehen, um eine hellere, bessere und gerechtere Welt zu erreichen. Es wird spannend zu sehen sein, ob wir das vor unserer Selbstauslöschung schaffen.