Ein Leben

Wer nicht an Wunder glaubt
Der wird auch keins erleben
Wann hat das Leben dir die Fantasie geraubt?
So wird’s dir nicht viel geben

Der Schlaf, aus dem du nicht erwachst
Er kam schon ziemlich früh
Das Leben ist, was du draus machst
Doch was hilft all die Müh‘?

Du hast schon alles und doch nichts
Und fühlst dich sehr zufrieden
Im Schatten deines eig’nen Lichts
Hast du verlernt zu fliegen

Wo ist im Leben wirklich Sinn?
Am Ende, lang nach deinem Tod
Als alter Mensch, scheidest dahin
Und kanntest weder Glück noch Not

Dressierte Menschen

Schau, wie alle funktionieren
Darauf zielt doch alles ab
Ein „normales“ Leben führen
Von der Wiege bis zum Grab

Brav, gib Pfote –
Schreib ’ne gute Note
Später dann mach Karriere
Sammle Geld und Ruhm und Ehre

Alles ist reglementiert
Folge Trends und Traditionen
Alles etwas limitiert
Doch seichtes Glück wird dich belohnen

Und hüte dich vor Ungezähmten
Vor dem Ausschuss, den Chaoten
Denn all diese Unverschämten
Sind des Unterganges Boten

Konservieren wir, was war
Legen freien Geist auf Eis
Progression ist auch Gefahr
Bleiben lieber auf dem Gleis

Welten

Der kleine Geist
Der Regeln und Befehle braucht
Angst hat vor Freiheit, Chaos, Anders-Sein
Der nie die Seele hat bereist
Nie in sein Selbst tief eingetaucht –
Er kennt nichts andr’es als nur Schein

Ist es gut, ist es schlecht?
Was ist mutig, wer hat recht?
Diversität ist das, was zählt
Egal, welchen Weg man schließlich wählt

Ich will nicht urteilen über die
Die sich in einer and’ren Welt bewegen –
Nur lasst die Welten parallel bestehen!
Vielleicht berühren Sie sich doch irgendwie
Dialog statt Hass und Neid ist Segen
Und hilft, einander zu verstehen