Stürme

Die alte Metapher – das Leben, ein Meer
Wir alle sind Schiffe und treiben umher
Manchmal im sicheren Hafen, doch keiner bleibt dort
Die Stürme, die kommen, sie treiben uns fort

Und wieder und wieder bringt ein Sturm uns ins Wanken
Die Ruhe danach ist die Ruhe davor
Dem Wechsel von beidem sollten wir danken
Denn jedes Mal sind wir stärker als jemals zuvor

Die Wellen waren wieder hoch, und wie!
Auf rauer See, ein Schiff in Not
Verschlungen haben sie mich aber nie!
Zu robust inzwischen ist das Boot

Verstärke dein Schiff in guten Zeiten
Wenn der Sturm kommt, vertraue darauf
Versuche die Wellen optimal zu reiten
So nimmt deine Reise ihren besten Verlauf

Dressierte Menschen

Schau, wie alle funktionieren
Darauf zielt doch alles ab
Ein „normales“ Leben führen
Von der Wiege bis zum Grab

Brav, gib Pfote –
Schreib ’ne gute Note
Später dann mach Karriere
Sammle Geld und Ruhm und Ehre

Alles ist reglementiert
Folge Trends und Traditionen
Alles etwas limitiert
Doch seichtes Glück wird dich belohnen

Und hüte dich vor Ungezähmten
Vor dem Ausschuss, den Chaoten
Denn all diese Unverschämten
Sind des Unterganges Boten

Konservieren wir, was war
Legen freien Geist auf Eis
Progression ist auch Gefahr
Bleiben lieber auf dem Gleis

Der Prophet (frei nach Nietzsche)

Der Prophet wird nicht verstanden
Seine Sprache kam dem Volk abhanden
Er hat den Schlüssel, doch sie kennen nicht einmal die Tür
– der Prophet kann nichts dafür

Er trägt die Last der Welt
Ganz sicher NICHT auf seinem Rücken
Er kennt den Sinn, sie kennen Geld
Welten, die nie zusammenrücken

Der Adler ist frei, die Schlange ist klug
Wer den Erlöser blutig schlug –
Ist er Opfer oder Täter?
Oder der Erlöser ein Verräter?

Prometheus, Eva, Judas, Christus –
Das Schicksal, es steht fest und ist doch offen
Der Mensch muss sich noch überwinden
Er ist frei und er darf hoffen
Muss nur erst suchen, um zu finden

Seiltänzer können abstürzen
Gewitter fangen mit dem ersten Tropfen an
Und Fades muss man würzen
Der neue Tag kommt – irgendwann

(Inspiriert von Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ – nicht nur der Protagonist wird dort missverstanden, sondern meiner Meinung nach auch Werk und Autor…)

Sapiens?

Der Mensch bestimmt den Brauch, später bestimmt dann der Brauch den Menschen und versklavt ihn.
Alles ist dynamisch. Wir sollten uns und unser Tun ständig hinterfragen und reflektieren. Tun wir aber kaum. Und wenn, dann nicht radikal und ehrlich genug. Wir belügen uns. Das Individuum tut das und die Gesellschaft tut das. Wir haben uns festgefahren. Es könnte alles ganz anders sein…

Zu jeder Zeit dachte der Mensch, er wüsste alles und sei fertig. So ist es heute auch. Wir schauen zurück auf die unaufgeklärten, abergläubischen Menschen von früher und halten uns für besser. Ja, der Mensch hat sein Wissen sehr gesteigert, aber dafür macht er in anderen Bereichen Rückschritte. Z.B. Instinkt und Naturverbundenheit, Spiritualität und Intuition, wahre Solidarität in der Gruppe. Das Letztere können die Affen besser als wir. Ich sehe den Menschen noch immer in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Vor allem auf den gerade genannten, so wichtigen, Gebieten. Wir müssen noch sehr viel lernen und verstehen, um eine hellere, bessere und gerechtere Welt zu erreichen. Es wird spannend zu sehen sein, ob wir das vor unserer Selbstauslöschung schaffen.