Spiegelverkehrt

Dämonen wohnen zwischen Zeilen
Dämonen, die zerstören oder heilen
Diese Welt ist spiegelverkehrt
Darum hat mich der Teufel zum Guten bekehrt

Oben und unten sind vertauscht
Und alle irgendwie berauscht
Man sollte den Blick wieder in sich kehren
Das Wunder in sich dann verehren
Sich hassen, lieben, wieder spüren
Der wahre Kern soll wieder führen

Ich bin ein offenes Buch – mit sieben Siegeln
An meiner Seele will ich alles spiegeln
Der Dichter aus dem Untergrund
Er schreibt sich nun gesund

Auf den Schultern von Giganten stehend
Ist die Aussicht gut
Die frische Luft um meinen Geist –
Sie mindert auch nicht meine Wut

Zwischen allen Stühlen sitzt sich’s unbequem
Wir spielen Reise nach Jerusalem
Die Schwachen werden wieder stark
Und Geister wieder autark

Das Tier in Ketten

Zu viele Menschen
Denken in Schablonen
Enge im Geist beruht auf Angst
Vor sich und dieser Existenz

Im Verstandes-Zivilisations-Hirn
Hat das Chaos keinen Platz
Wir sind nicht instinktarm
Wir haben nur unsere Natur gänzlich überdeckt

Eine bessere Welt lässt sich nicht erforschen
Oder durch Regeln und Gesetze konstruieren
Doch sie lässt sich erträumen und erfühlen
Man muss die losen Enden nur zusammenführen

Wir müssen nicht wieder in Höhlen leben
Wir können alles haben – im Einklang mit der Natur
Und mit unserer eigenen
Unser Verstand ist Segen und Fluch

Das Tier in uns ist nicht grundsätzlich böse
Doch leg es in Ketten
Dann wird es sich von seiner schlimmsten Seite zeigen
Ein Blick in die Welt genügt gerade…

Sapiens? – Das Buch

ES BEGINNT

Alles was war, war Vorgeplänkel
Dies ist mein wahres Vermächtnis
An die Generation eurer Enkel?
Für das kollektive Gedächtnis

Ich schrieb schon früh am Rand des Wahns
Rebellisch, ersann mir Utopien
Die Essenz meines Elans:
„Ich werde niemals knien“

Es war noch nicht so ausgereift
Und vielleicht war ich zu feige
Doch verflucht, wer nicht nach den Sternen greift
So dass ich nicht mehr schreibend schweige

So seid gespannt, dies ist ist die Rückkehr zu den Wurzeln
Auch wenn es durchaus wieder leise Töne gibt
Die Angriffsreime sollen purzeln
Auf dass ihr den Rebellen in mir liebt

SAPIENS? – Das Buch
Der dritte Gedichtband von Demian S Lunaris. Eine Rückkehr zu den lyrischen Wurzeln, die rebellisch und provokant waren und doch gleichzeitig eine Weiterentwicklung des über mehr als 20 Jahre gereiften eigenen Stils des Dichters nach dem bewährten Motto „(Gesellschafts-)kritisches, Nachdenkliches und Gefühlvolles.“
Das Werk eines suchenden, fragenden und auch wütenden Menschen.
ACHTUNG: Dieses Buch ist nichts für Traditionalisten und Versmaßpuristen! Es ist definitiv Rock’n’Roll, nur dass der Autor unmusikalisch ist…

Jetzt bei Amazon erhältlich als Taschenbuch und Kindle E-Book!

Der Prophet (frei nach Nietzsche)

Der Prophet wird nicht verstanden
Seine Sprache kam dem Volk abhanden
Er hat den Schlüssel, doch sie kennen nicht einmal die Tür
– der Prophet kann nichts dafür

Er trägt die Last der Welt
Ganz sicher NICHT auf seinem Rücken
Er kennt den Sinn, sie kennen Geld
Welten, die nie zusammenrücken

Der Adler ist frei, die Schlange ist klug
Wer den Erlöser blutig schlug –
Ist er Opfer oder Täter?
Oder der Erlöser ein Verräter?

Prometheus, Eva, Judas, Christus –
Das Schicksal, es steht fest und ist doch offen
Der Mensch muss sich noch überwinden
Er ist frei und er darf hoffen
Muss nur erst suchen, um zu finden

Seiltänzer können abstürzen
Gewitter fangen mit dem ersten Tropfen an
Und Fades muss man würzen
Der neue Tag kommt – irgendwann

(Inspiriert von Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ – nicht nur der Protagonist wird dort missverstanden, sondern meiner Meinung nach auch Werk und Autor…)

Ich glaube…

Nichts ist für immer
Was es heute braucht, um etabliert zu sein
Kann dich morgen daran hindern
Und umgekehrt

Deshalb verlasse ich mich auf das Unveränderliche
Tierisch-menschliche in mir

Zeiten, Gesellschaften, Ideologien
Hatten nie Bestand
Waren nie optimal
Werden es nie sein

Je näher wir dem Kern kommen, dem Unveränderlichen, unserer Natur
Desto besser wird die Welt, auch wenn es vielleicht paradox klingt
Nicht die künstlich konstruierte Moral, sondern die Nähe zum Ursprung macht uns menschlicher

Meine Überzeugung:
Für morgen im Vergleich zu heute gilt:
Die Letzten werden die Ersten sein
Und die Ersten die Letzten

Wenn… ja, wenn wir zurück zu uns finden
Zurück zum Menschen
Ich glaube, wenigen ist die Dimension dieser Idee klar, auch wenn sie nicht neu ist…

Wir sollten wieder mehr fühlen, das haben wir verlernt vor lauter Denken
Bei allem Fortschritt ist dieser auch ein Rückschritt
Der Weg nach vorne führt zurück

Wir können alles haben – Wissenschaft, Fortschritt und Einklang mit der und unserer Natur
Ich bin sicher, dass das geht, jedoch nicht, ob wir es je schaffen
Ich glaube aber an uns

Abseits-Suche

In dieser wirklich komplizierten Welt
Ist es nicht leicht, zu sich zu finden
Von all den bunten Lichteffekten
Nicht völlig zu erblinden

Wer sich verloren fühlt, dem rate ich:
Such nicht im Etablierten
Die Wahrheit liegt nicht unbedingt
Nur im gemeinhin Akzeptierten

Jeder mögliche Gedanke
Wurde wohl schon mal gedacht
Es ist ein Puzzle und ein Labyrinth
Eine Reise durch die Nacht
Wer SEINE Wahrheit wirklich sucht
Der findet sie und der gewinnt

Ich nenne es den Weg des Kriegers
Den abseitigen Weg
Den mit den Dornen und den Schmerzen
Den schmalen, nicht den breiten Steg

Es klingt klischeehaft, doch so ist es
Und wird sich auch nie ändern
Da jeder seine Wahrheit hat
Sucht man alleine an den Rändern*

Er endet nie, doch er wird leichter
Das Leben sehend zu begehen
Ist besser als bis an das Ende
Sich selbst immer im Weg zu stehen

*Mainstream ist immer ein temporärer Konsens der Masse. Zur Selbstfindung des Individuums taugt er deshalb nicht. Das Grundwesen des Menschen ist zeitlos. Gesellschaften sind es eben gerade nicht. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns, wenn wir unsere eigene Wahrheit suchen.

Sapiens?

Der Mensch bestimmt den Brauch, später bestimmt dann der Brauch den Menschen und versklavt ihn.
Alles ist dynamisch. Wir sollten uns und unser Tun ständig hinterfragen und reflektieren. Tun wir aber kaum. Und wenn, dann nicht radikal und ehrlich genug. Wir belügen uns. Das Individuum tut das und die Gesellschaft tut das. Wir haben uns festgefahren. Es könnte alles ganz anders sein…

Zu jeder Zeit dachte der Mensch, er wüsste alles und sei fertig. So ist es heute auch. Wir schauen zurück auf die unaufgeklärten, abergläubischen Menschen von früher und halten uns für besser. Ja, der Mensch hat sein Wissen sehr gesteigert, aber dafür macht er in anderen Bereichen Rückschritte. Z.B. Instinkt und Naturverbundenheit, Spiritualität und Intuition, wahre Solidarität in der Gruppe. Das Letztere können die Affen besser als wir. Ich sehe den Menschen noch immer in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Vor allem auf den gerade genannten, so wichtigen, Gebieten. Wir müssen noch sehr viel lernen und verstehen, um eine hellere, bessere und gerechtere Welt zu erreichen. Es wird spannend zu sehen sein, ob wir das vor unserer Selbstauslöschung schaffen.